Sie sind hier:

Gesetzliche Krankenkassen: Kassen verbuchen Millionen-Defizit

München, 21.6.2019 | 11:35 | mst

In den ersten drei Monaten des Jahres haben die Krankenkassen rote Zahlen geschrieben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht dennoch keinen Grund zur Besorgnis und ruft die Kassen auf, ihre Rücklagen weiter abzubauen.
 

20-Euro-Schein mit Tabletten daraufDie Kassen haben im ersten Quartal 4,5 Prozent mehr ausgegeben.
Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Quartal 2019 zum ersten Mal seit drei Jahren ein Defizit verbuchen müssen. Das zeigen aktuelle Zahlen, die das Bundesgesundheitsministerium am Donnerstag veröffentlich hat.
 
Demnach haben die Kassen in den ersten drei Monaten dieses Jahres ein Minus von 102 Millionen Euro verbucht. Für das gesamte Jahr 2018 ergibt sich hingegen nach den endgültigen Zahlen ein Überschuss von 2,09 Milliarden Euro. Das sind rund 100 Millionen Euro mehr als bislang geschätzt.
 
Die Rücklagen der Krankenkassen betrugen Ende März immer noch rund 21 Milliarden Euro – mehr als eine Monatsausgabe und mehr als viermal so hoch wie gesetzlich vorgeschrieben.
 
Die Einnahmen der Kassen stiegen um 3,7 Prozent auf 62,3 Milliarden Euro, während die Ausgaben um 4,5 Prozent auf 62,4 Milliarden Euro zulegten. Gleichzeitig stieg die Zahl der Versicherten um 0,6 Prozent.

AOK mit Überschuss, Ersatzkassen mit deutlichem Minus

Die Finanzen entwickelten sich bei den einzelnen Kassenarten sehr unterschiedlich. So verbuchten die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) im ersten Quartal einen Überschuss von 89 Millionen Euro. Auch die Knappschaft-Bahn-See (26 Millionen Euro) und die Landwirtschaftliche Krankenversicherung (neun Millionen Euro) schrieben schwarze Zahlen.
 
Die Ersatzkassen mussten hingegen ein Minus von 151 Millionen Euro verbuchen. Bei den Betriebskrankenkassen (BKK) betrug das Defizit 59 Millionen Euro, bei den Innungskrankenkassen (IKK) 16 Millionen Euro.
 
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte, dass die Krankenkassen trotz des leichten Defizits immer noch über ausreichend Rücklagen verfügen würden. Bei weitem noch nicht alle Kassen hätten ihre Zusatzbeiträge am Jahresanfang gesenkt. „Jetzt sollten die anderen Kassen ihre Spielräume auch konsequent nutzen: Entweder für bessere Leistungen oder für finanzielle Entlastungen ihrer Versicherten“, kommentierte Spahn die Zahlen.

Weitere Nachrichten zum Thema Gesetzliche Krankenversicherung