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Zahlen des Gesundheitsministeriums: Krankenkassen erzielen erneut hohe Überschüsse

München, 8.3.2019 | 12:17 | whe

Mit zwei Milliarden Euro haben die gesetzlichen Krankenkassen erneut einen hohen Überschuss erzielt. Damit fällt die finanzielle Bilanz der Kassen im dritten Jahr in Folge positiv aus. Das geht aus aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Gesundheit hervor.

Ein Stethoskop liegt auf einigen 50 Euro Scheinen.Auch im Jahr 2018 konnten die Krankenkassen Überschüsse erzielen.
Die Einnahmen der Krankenkassen beliefen sich vergangenen Jahr auf rund 241,4 Milliarden Euro, die Ausgaben hingegen betrugen etwa 239,4 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg der Einnahmen um 3,3 Prozent. Somit konnten die Kassen im dritten Jahr in Folge einen Finanzüberschuss verzeichnen.

Die Gesamtzahl der Betriebsmittel und Rücklagen der Kassen ist Ende 2018 auf rund 21 Milliarden Euro angestiegen. Die Finanzreserve entspricht im Durchschnitt etwas mehr als einer Monatsausgabe der Kassen. Das ist mehr als das Vierfache des gesetzlich vorgesehenen Minimums.

Die Ausgaben für Heilmittel sind überproportional gestiegen

Bei einem Anstieg der Versichertenzahl um 0,8 Prozent haben sich die Ausgaben der Krankenkassen um 3,9 Prozent erhöht. Am höchsten sind dabei die Ausgaben für Heilmittel angestiegen. Auch die Verwaltungskosten der Krankenkassen haben deutlich zugelegt.

Der Anstieg der Ausgaben für Krankenhausbehandlungen, Arzneimittelausgaben und vertragsärztliche Vergütungen blieb hingegen moderat. Am wenigsten sind die Ausgaben für zahnärztliche Behandlungen gestiegen.

Schwarze Zahlen auch in Zukunft erwartet

Unter den Krankenkassen konnten die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) mit 1,1 Milliarden Euro den größten Überschuss verzeichnen. Doch auch die Betriebskrankenkassen (BKK) mit 198 Millionen Euro, die Innungskrankenkassen (IKK) mit 77 Millionen Euro und die Knappschaft Bahn-See mit 90 Millionen Euro schlossen das vergangene Jahr mit einer positiven Bilanz ab. Lediglich die Landwirtschaftliche Krankenversicherung musste ein Defizit von rund 8 Millionen Euro verbuchen.

Für das aktuelle Jahr prognostiziert der Schätzerkreis den Krankenkassen erneut schwarze Zahlen. Das Versichertenentlastungsgesetz von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht vor, dass die Kassen bis zum Jahr 2023 ihre Rücklagen auf maximal eine Monatsausgabe beschränken. Beitragsgelder seien keine Sparanlagen, kommentierte Spahn die aktuelle Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen.
 

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