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Zum Welttag der Meteorologie: Rundum abgesichert bei Wind und Wetter

München, 23.3.2017 | 07:00 | che

Starkregenfälle, die Schäden in Millionenhöhe verursachen, ein Tornado in Unterfranken – der Klimawandel hinterlässt auch in Deutschland deutlich seine Spuren. Zum diesjährigen Welttag der Meteorologie erklären wir Ihnen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie Ihr Haus wetterfest machen wollen und wie Sie sich gegen die unterschiedlichen Naturgefahren richtig versichern.

Eine Kristallkugel als WettervorhersageNaturkatastrophen machen deutschen Hausbesitzern zu schaffen.
Unlängst wurde das unterfränkische Kürnach von einem Tornado heimgesucht, der  eine Spur der Verwüstung hinterließ. Zahlreiche Hausdächer wurden abgedeckt und viele Dachstühle zerstört. Letztes Jahr verursachten die Unwetter „Elvira“ und „Friederike“ Schäden in Millionenhöhe und durch das Hochwasser in Simbach kamen viele Menschen in Existenznot. Die nachfolgende Tabelle zeigt, wie teuer die Naturkatastrophen der letzten Jahre für Hausbesitzer wurden und warum es deshalb so wichtig ist, sich richtig abzusichern.

Naturkatastrophen der letzten Jahre in Deutschland:
Tabelle zu den Naturkastrophen inklusive Schadenssummen in Deutschland
Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Verkehrssicherungspflicht für Hausbesitzer

Als Hausbesitzer haben Sie auf Ihrem Grundstück eine sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Deshalb sollten Sie Ihre Dach- und Fassadenteile auf ihren Halt hin überprüfen. Diese sollten einem Sturm standhalten können, um im Fall eines Naturereignisses den Schaden zu minimieren.
Prüfen Sie regelmäßig:

Haken baluDach und Dachziegel
Haken baluRegenrinne
Haken baluBlumenkästen
Haken baluBäume
Haken baluAußenbeleuchtung
Haken baluAnbauten, wie etwa Antennen oder Satellitenschüsseln
 
Wichtig: Kommen Sie Ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nach, erlischt unter Umständen Ihr Versicherungsschutz!

So machen Sie Ihr Haus hochwassersicher

Hochwasser als Naturgefahr haben viele Hausbesitzer nicht auf dem Schirm. Gerade, wenn sie nicht an einem Fluss oder anderem Gewässer wohnen. Doch dass ein Überschwemmungsschaden auch durch starke Regenfälle verursacht werden kann, bleibt unberücksichtigt. Dabei häufen sich in den letzten Jahren gerade Starkregen-Ereignisse, die – unter anderem aufgrund von überlasteten Kanalisationssystemen – Schäden in Millionenhöhe verursachen.

Um Überschwemmungen vorzubeugen und im Ernstfall Schäden zu minimieren, sollten Sie folgende Sicherungsmaßnahmen durchführen:

Haken baluEinbau von Rückstausystemen an Kellerfenstern und Türen
Haken balugefährdete Räume, wie etwa das Erdgeschoss und den Keller, fliesen
Haken baluelektrische Geräte erhöht beziehungsweise in oberen Stockwerken aufbewahren
Haken balufür den akuten Notfall: Sandsäcke lagern
Haken balufalls vorhanden: Öltank sichern, damit kein Öl austreten kann
 
Wichtig: Die Sicherung des Öltanks ist unerlässlich, da Umweltschäden in der Regel nicht versichert sind. Tritt Öl aus und verschmutzt beispielsweise das Grundwasser, müssen Sie dafür aufkommen.

Als zukünftiger Hausbesitzer sollten Sie schon in der Bauphase darauf achten, dass Ihr Haus mit den entsprechenden Sicherungssystemen ausgestattet wird.
 

Der richtige Versicherungsschutz

Abhängig vom Schadensereignis benötigen Sie unterschiedlichen Versicherungsschutz beziehungsweise müssen Sie die Leistungen der Wohngebäudeversicherung anpassen.

Versicherungsschutz bei Sturm, Hagel und Gewitter
Sturm- und Hagelschäden sind durch die normale Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Wichtig zu wissen ist, dass ein Sturm erst als solcher gewertet wird, wenn er mit mindestens Windstärke acht gemessen wird. Werden zum Beispiel Dachziegel abgedeckt oder Fassaden beschädigt, übernimmt die Versicherung die Kosten für:

Haken baluReparaturen
Haken baluErsatz zum Wiederbeschaffungswert
Haken baluAufräumarbeiten

Sollte Ihr Haus komplett zerstört werden, übernimmt die Versicherung auch die Kosten für den Wiederaufbau eines gleichwertigen Hauses.

Versicherungsschutz bei Überschwemmung und Rückstau durch Starkregen oder Hochwasser
Um Schäden abzusichern, die durch Starkregen oder Hochwasser entstehen, muss die Wohngebäudeversicherung um eine Elementarschadenversicherung erweitert werden. Denn sogenannte Elementargefahren, zu denen auch Erdrutsche, Lawinen oder Erdbeben zählen, sind nicht in den Standardleistungen einer Wohngebäudeversicherung enthalten.

Die Versicherung übernimmt ebenfalls anfallende Reparatur- beziehungsweise Wiederbeschaffungs- und Wiederaufbaukosten. Ist Ihr Zuhause vorübergehend unbewohnbar, übernehmen leistungsstarke Tarife auch anfallende Unterbringungskosten, etwa in einem Hotel.

Gut zu wissen: Wird Ihre Einrichtung beschädigt, ist nicht die Wohngebäudeversicherung dafür zuständig. In so einem Fall benötigen Sie eine Hausratversicherung. Auch hier müssen Sie darauf achten, dass sie Elementartschäden miteinschließt – nicht, dass Sie im Schadensfall ohne Versicherungsschutz dastehen.
 
Tipp: Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserem Ratgeber „Elementargefahr Hochwasser: Optimal abgesichert – vor und nach dem Schadensfall“. Dort finden Sie auch wichtige Praxistipps, wie Sie sich im konkreten Überschwemmungsfall richtig verhalten.

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