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Ökostrom-Zertifikate und Gütesiegel – Was ist wirklich öko?

30.09.2019

Auf dem Strommarkt gibt es mittlerweile zahlreiche Ökostromtarife. Damit Verbraucher wissen, welcher Ökostrom wirklich öko ist, gibt es Ökostrom-Zertifikate und Gütesiegel, mit denen die Herkunft des Stroms nachgewiesen wird. Nur die Anbieter, die ihren Strom zu einem bestimmten Teil aus erneuerbaren Energien gewinnen und in eine moderne Stromgewinnung investieren, erhalten ein entsprechendes Zertifikat oder Gütesiegel. Die wichtigsten Ökostrom-Zertifikate sind: TÜV Nord, TÜV Süd, TÜV Rheinland, Renewable Plus, Ok-Power-Label, Grüner Strom-Label und Klimainvest-Label. Die Zertifikate mit den strengsten Kriterien sind das OK-Power-Label und das Grüner Strom-Label. Wer einen Ökostromtarif mit diesen Siegeln wählt, erhält echten grünen Ökostrom. Was die Labels unterscheidet, erklären wir hier.

Wozu braucht es Ökostrom Zertifikate?

Wenn Sie nachhaltig produzierten, grünen Strom suchen, helfen Ihnen die Ökostrom-Zertifikate bei Ihrer Auswahl. Nicht jeder Stromanbieter hat ausschließlich Ökostrom im Angebot und nicht jeder Ökotarif unterstützt auch die Energiewende in Deutschland. Manchmal wird der Ökostrom auch importiert, sodass er zwar umweltfreundlich ist, die Energiewende in Deutschland hierdurch allerdings nicht gefördert wird.

Die Umwelt gewinnt dennoch, wenn ein Kunde einen Ökotarif wählt: für seinen Verbrauch muss der Stromanbieter Ökostrom ins Netz einspeisen. Wenn also mehr Verbraucher grünen Strom bestellen, steigt dessen Anteil im Netz und wir benötigen weniger Strom aus fossilen Energiequellen oder Kernkraftwerken. So konnte der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt werden. Nicht nur Privatkunden setzen vermehrt auf grünen Strom, auch der Anteil an Ökostrom in Unternehmen wächst und unterstützt den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Öko-Zertifikate für Energieanbieter auf einen Blick

 

Zertifikat vom TÜV Nord

Siegel des TÜV Nord. Geprüfter Ökostrom, wesentliche Prüfkriterien: 100 Prozent erneuerbare Energien, Neuanlagenförderung, transparente Produktmerkmale

Für das TÜV-Nord-Zertifikat muss das gekennzeichnete Produkt innerhalb von zwölf Monaten die CO2-Bilanz des Stromverbrauchs und der Lieferung ausgleichen, außerdem darf es nicht durch Fördermittel wie Einspeisevergütungen subventioniert werden. Zusätzlich müssen mindestens 33 Prozent des Stroms aus neuen Anlagen stammen, andernfalls ist von jeder kWh ein bestimmter Betrag in den Anlagen-Neubau zu investieren.

Zertifikat vom TÜV Süd

Die TÜV-Süd-Zertifizierung lässt sich in EE01 und EE02 aufteilen: Beim EE01-Standard müssen 30 Prozent des Stroms aus Neuanlagen stammen. Alternativ sind 0,2 Cent je kWh in einen entsprechenden Förderfond einzuzahlen. Beim EE02-Standard kommt hinzu, dass Zeitgleichheit herrscht, sodass die Stromerzeugung je Viertelstunde dem genauen Stromverbrauch entspricht. Beide Standards haben gemeinsam, dass die Gelder zur Förderung erneuerbarer Energien innerhalb von ein bis drei Jahren investiert werden müssen.

Zertifikat des TÜV Rheinland

Das Ökostromsiegel TÜV Rheinland ist, im Gegensatz zum TÜV SÜD oder NORD ein festes und einheitliches Siegel, welches sehr strenge Anforderungen an die Energiekonzerne stellt. Um dieses Siegel zu führen, müssen Stromanbieter Strom vertreiben, der zu 100% aus regenerativen Erzeugungsanlagen stammt. Zusätzlich müssen die Versorger bei der Stromgewinnung sowie der Belieferung CO2-Neutralität garantieren. Für den TÜV Rheinland ist deshalb die Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung-Anlagen zur Stromerzeugung ausgeschlossen.

Renewable Plus

Dieses Zertifikat setzt auf monatlich erstellte Herkunftsnachweise und jährliche Prüfungen durch den TÜV Rheinland. Um das Label tragen zu dürfen, müssen die Unternehmen sich für Umweltmaßnahmen engagieren, den Anlagenausbau fördern oder neue Öko-Anlagen finanziell unterstützen. Außerdem werden etwaige beim Bau sowie Betrieb erzeugten CO2-Emissionen durch Minderungszertifikate ausgeglichen.

Ok-Power-Label

Das Ok-Power-Label wird nur an Energieanbieter vergeben, deren zertifizierter Strom aus 100 % erneuerbaren Energien stammt. Zusätzlich müssen noch weitere Kriterien erfüllt werden: Der Energieversorger muss neue umweltfreundliche Energieanlagen fördern, in Maßnahmen investieren, die die Energiewende voranbringen oder ehemals geförderte Anlagen weiterbetreiben. Außerdem dürfen die zertifizierten Stromanbieter keine wesentlichen finanziellen Beteiligungen an Atom-, Braunkohle- und neuen Steinkohlekraftwerken besitzen und die Tarifbedingungen für den Endkunden müssen fair und transparent sein.

Grüner Strom-Label

Das seit 1998 existierende Grüner Strom-Label steht für 100%igen Ökostrom mit Mehrwert, sodass neue Energieanlagen und -projekte gefördert werden. Die Beteiligung an Kohle- oder Atomkraftwerken ist ein Ausschlusskriterium, außerdem muss eine nachhaltige Unternehmenspolitik gegeben sein. Hauptsächlich werden Bürgerenergieprojekte im eigenen Land unterstützt, damit die Energiewende in Deutschland direkt von der Förderung profitiert.

KlimaInvest-Label

Energieanbieter erhalten bei KlimaInvest CO2-Minderungszertifikate sowie Ökostrom-Herkunftsnachweise. Der Ökostrom der KlimaInvest stammt zu 100 % aus zertifizierten Anlagen erneuerbarer Energien, die die gesetzlich vorgesehenen Umweltstandards erfüllen. KlimaInvest liefert Ökostrom von Produzenten, die selbst keine Atom- und Kohlekraftwerke betreiben. Alle Produkte werden innerhalb Europas umwelt- und ressourcenschonend gewonnen. Der Ausgleich der CO₂-Vorkettenemissionen ist inkludiert, ebenso wie die jährliche Prüfung durch den TÜV.

Fazit

Die Zertifikate zeigen, welche Energiequelle Sie als Verbraucher fördern. Die Herstellernachweise geben folglich Auskunft darüber, welche Methoden der Energiegewinnung von den Stromanbietern finanziell unterstützt werden. Auf diese Weise gelingt der Ausbau erneuerbarer Energien – und der Strom der Zukunft wird Dank Ihrer Hilfe immer nachhaltiger produziert. Wir helfen Ihnen gerne bei der Suche nach einem passenden Tarif. Filtern Sie hierfür im Vergleich einfach die Anbieter heraus, die Ökostrom fördern.


CHECK24 Energieexpertin Sandrine Fackner Sandrine Fackner
CHECK24 Energieexpertin
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