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Peadbody Energy Weltgrößter privater Kohleproduzent vor der Pleite

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Peadbody Energy ist der weltgrößte private Betreiber von Kohleminen. Jetzt steht der US-amerikanische Kohlegigant vor dem Konkurs.

Kohlekraftwerk
Die weltweite Nachfrage nach Kohle sinkt.
Am Mittwoch gab der Konzern die Geschäftszahlen von 2015 bekannt und erklärte, dass man die „Geschäftstätigkeit nicht fortsetzen“ könne. Peadbody Energy hat im vergangenen Jahr substanzielle Verluste erlitten und rechnet damit, dass sich dieser Trend 2016 fortsetzt. Nach Bekanntwerden der Zahlen brach der Aktienkurs von Peadbody Energy rapide ein: Er fiel um 45 Prozent auf 2,19 US-Dollar.
 

Nachfrage in den USA und China sinkt

Für die Pleite des Kohlegiganten gibt es mehrere Gründe: Zum einen wirkt sich der Fracking-Boom in Nordamerika auch auf die Kohleindustrie aus. Mittlerweile ist in den USA Gas günstiger als Kohle. Auch in China, einem der wichtigsten Absatzmärkte für Peadbody Energy, nimmt die Nachfrage nach Kohle ab. Vor allem aufgrund der massiven Luftverschmutzung sank der Kohleverbrauch in China im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent. Da China für das Baugewerbe zudem weniger Stahl benötigt, importiert es auch weniger der in der Stahlindustrie eingesetzten Kokskohle.
 

Indien plant Verdopplung der Kohlesteuer

Vor einiger Zeit hatte die globale Kohleindustrie noch Hoffnungen auf Indien als neuen wichtigsten Abnehmer für Kohle gesetzt. Doch auf dem Subkontinent setzt man zunehmend auf die eigene Kohleproduktion. Außerdem wird auch in Indien bei der Stromproduktion zunehmend auf erneuerbare Energien gesetzt. Der Staat plant, die Kohlesteuer auf knapp 6 Dollar pro Tonne zu verdoppeln.


Umweltschutzorganisation führt „Krieg gegen die Kohle“

Zu der sinkenden Nachfrage nach US-Kohle im In- und Ausland kommt der erbitterte Kampf, den die US-Umweltorganisation Sierra Club gegen die Kohleindustrie führt. Sierra Club hat rund 200 Anwälte engagiert, die gegen geplante und bestehende Kohlekraftwerke vorgehen – mit großem Erfolg. In den vergangenen fünf Jahren sei alle zehn Tage ein Kohlekraftwerk verhindert oder geschlossen worden, berichtet das Portal klimaretter.info. Insgesamt sind mittlerweile von 523 Kohlekraftwerken 232 stillgelegt, wozu der Kampf der Umweltorganisation einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag geleistet hat. Finanziert wird der „Krieg gegen die Kohle“ vor allem aus Spenden des ehemaligen New Yorker Bürgermeisters und Multimilliardärs Michael Bloomberg. Die drastische Reduktion der Kraftwerke hat zur Folge, dass auch der Kohleverbrauch der US-Kohleindustrie selbst stark sinkt: Allein vergangenes Jahr um 110 Millionen Tonnen, gab Peadbody Energy bekannt.
 

Peadbody Energy stellt ein Zehntel der US-Stromproduktion

Mit dem Niedergang des Kohlegiganten hatte niemand so richtig gerechnet, stammt doch rund ein Zehntel der gesamten Stromproduktion der USA durch Kohle von Peadbody Energy. Noch 2014 war der Konzern als „Energiefirma des Jahres“ ausgezeichnet worden. Doch der Kohlepreis in den USA ist in den letzten Jahren stark abgestürzt. Während er 2008, vor der Finanz- und Wirtschaftskrise, noch bei 200 Dollar pro Tonne lag, habe man im vergangenen Jahr von den Kraftwerksbetreibern nur noch rund 20 Dollar für eine Tonne Kohle erhalten, erklärte Peadbody Energy. 
In den vergangenen Jahren hat die Konzernspitze von Peadbody Energy regelmäßig von sich Reden gemacht, indem sie den Klimawandel anzweifelte. Der Klimawandel sei lediglich „eine Umweltkrise, die von fehlgeleiteten Computermodellen vorhergesagt wird", sagte CEO Greg Boyce noch 2015.