Sie sind hier:

Energiewende Wo die unterirdischen Stromtrassen verlaufen sollen

|

Der Netzbetreiber Tennet hat dem bayerischen Wirtschaftsministerium erstmals konkrete Pläne für unterirdische Stromtrassen vorgestellt. Über die Erdkabel-Korridore soll Windstrom vom Norden in den Süden Deutschlands transportiert werden.

Stromtrasse
Statt überirdischer Stromleitungen sollen unterirdische Trassen verlegt werden.
Bei den Plänen handelt es sich jedoch noch um keine Festlegung, sondern um eine Vielzahl von Varianten, aus denen bis zum kommenden Frühjahr die optimale Lösung ermittelt werden soll. Die vorgeschlagenen Korridore sind rund 1.000 Meter breit, sodass noch Spielraum für den tatsächlichen Verlauf besteht.


Südlink: Stromtrasse von Schleswig-Holstein nach Süddeutschland

Die Südlink-Trasse, die Ökostrom von Schleswig-Holstein nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren soll, kann entweder westlich oder östlich von Hannover sowie westlich oder östlich der Rhön verlegt werden. Sie wird insgesamt 800 Kilometer lang sein und vier Gigawatt Strom transportieren können – dieselbe Menge, die vier Atomkraftwerke erzeugen.
 

Südostlink: Unterirdische Leitungen von Ostdeutschland nach Bayern

Die Südost-Trasse wird von Sachsen-Anhalt Richtung Landshut in Bayern verlaufen. Das Fichtelgebirge liegt außerhalb der Trasse, nachdem die ursprünglichen Pläne, Freileitungen durch das Mittelgebirge zu verlegen, zu heftigen Protesten in der Region geführt hatten.
 

Erdverkabelung erhält Vorrang

Der Netzbetreiber sieht vor, der Erdverkabelung Vorrang vor überirdischen Stromautobahnen zu geben. Denn gegen letztere hatten sich vielerorts Bürgerinitiativen formiert und auch Bayerns Ministerpräsident Seehofer wollte „Monstertrassen“, wie er sie nannte, um jeden Preis verhindern.  Entsprechend positiv äußerte sich nun Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) zu den neuen Tennet-Plänen. „Die Netzbetreiber haben die Informationen auf den Tisch gelegt, was technisch und planerisch machbar erscheint“, so Aigner. Das Wichtigste, so die Ministerin, dass die „Monstertrassen“ vom Tisch seien.


Erdkabel mindestens dreimal so teuer wie überirdische Trassen

Der Nachteil der Erdverkabelung sind die hohen Kosten. Die Verlegung unterirdischer Stromautobahnen ist mindestens dreimal so teuer wie der Bau überirdischer Stromtrassen. Die genauen Kosten ließen sich nur schwer beziffern, so die Bundesnetzagentur. Außerdem wird sich der Netzausbau nun deutlich verzögern. Ursprünglich sollten die Leitungen 2022 fertig sein, also in dem Jahr, in dem in Süddeutschland die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Nach der derzeitigen Planung werden die Erdverkabelungen erst im Jahr 2025 fertiggestellt.