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McKinsey Energiewende-Index Teure Eingriffe ins Stromnetz lassen Kosten steigen

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Immer häufiger müssen Stromnetzbetreiber eingreifen, um die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können – die Kosten dafür steigen kontinuierlich an. Dies ist ein Ergebnis des aktuellen Energiewende-Index der Beratungsgesellschaft McKinsey. Die Kosten haben sich gegenüber dem vorherigen Index vom März dieses Jahres demnach mehr als verdoppelt und belaufen sich auf etwa 403 Millionen Euro.
 

Strommasten mit Hochspannungsleitungen im Abendrot.
Der McKinsey Energiewende-Index zeigt, dass immer häufigere teure Netzeingriffe nötig sind.
Einen Grund vermuten die McKinsey Experten in den Versorgungsengpässen der Nord-Süd-Trassen, die Ökostrom aus dem Norden in die südlichen Bundesländer transportieren sollen. "Immer häufiger sind so genannte Redispatch-Maßnahmen notwendig, die das Zu- und Abschalten von Kraftwerkskapazitäten regeln", erklärt McKinsey-Seniorpartner Thomas Vahlenkamp. Beim Redispatch schalten die Übertragungsnetzbetreiber je nach Netzauslastung Kraftwerke hinzu oder ab, um das Stromnetz stabil zu halten. Die Kosten hierfür werden bei der Berechnung der Netznutzungsentgelte berücksichtigt.
 

Sieben realistische Energiewende-Ziele

Beim Aspekt der Netzeingriffe hinkt Deutschland hinter den eigenen Zielen für die Energiewende hinterher, wie der McKinsey Energiewende-Index zeigt. Er wird alle sechs Monate erstellt und bildet den Status der Energiewende hierzulande ab. Dafür analysiert die Beratungsgesellschaft den jeweils aktuellen Status der Energiewende anhand von 15 Indikatoren. Der aktuelle Index zeigt, dass die Ziele für sieben Indikatoren noch realistisch sind, darunter für den Ausbau der Offshore-Windkraft und der Photovoltaik sowie die Anzahl der Stromausfälle.
 

Deutsche Strompreise weichen stark vom Rest Europas ab

Sieben weitere Indikatoren zeigen, dass in diesen Punkten die Ziele kaum noch erreicht werden können. Darunter finden sich neben den Netzeingriffen, die Reduzierung der CO2-Emissionen, die Höhe der EEG-Umlage sowie die Strompreisentwicklung: Die deutschen Strompreise sind im europäischen Vergleich noch immer höher.