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Marion Nöldgen von Tibber:
Wir machen Strom für unsere Kunden erlebbar

17.03.2021

Auf den Markt drängen derzeit viele neue Startups, die die Energiebranche aufmischen wollen. Moderner, digitaler und innovativer als die großen Stromanbieter möchten sie sein. Egal ob Lition, aWATTar oder enyway: Grün und günstig sind ihre Versprechen. Wir konnten Marion Nöldgen, die Deutschland-Chefin von Tibber, für ein Interview gewinnen. Tibber ist ebenfalls ein Startup, welches als Stromanbieter der Zukunft das Intransparente und Schlechte der Energiebranche vertreiben möchte. Der Name kommt aus dem Lateinischen, tibi bedeutet "für dich". Wir haben Fragen.

 

Inhaltsverzeichnis
  1. Wie funktioniert Tibber?
  2. Wie kann Tibber im Durchschnitt 30 Prozent günstiger als die großen Stromanbieter sein?
  3. „Wir wollen weniger Strom verkaufen“ – ist das als Stromanbieter nicht ein schlechtes Konzept?
  4. Was ist die Zielgruppe von Tibber?
  5. Ist Tibber nur mit Smart Meter sinnvoll?
  6. Ihr beschreibt eure App als die „innovativste Strom-App in Deutschland“. Was genau verleiht Euch diesen Titel?
  7. Was hat Tibber anderen Energie Startups wie aWATTar oder Lition voraus?
  8. Welche Rolle spielt Klimaschutz für Ihr Unternehmen?
  9. Werdet Ihr als „Stromanbieter des digitalen Zeitalters“ zukünftig den führenden Stromgiganten die Kundschaft klauen?
  10. Was ist Tibbers Vision für die nächsten 10 Jahre?
  11. Wie wird sich die Energiebranche in den nächsten Jahren verändern?
  12. Wird Tibber zukünftig bei Vergleichsportalen vertreten sein?
Marion Nöldgen Tibber
Als Expertin hat sich dieses Mal Marion Nöldgen, die Deutschland-Chefin von Tibber, unseren Fragen gestellt.

 

CHECK24: Wie funktioniert Tibber?

Marion Nöldgen: Tibber ist ein digitaler Stromanbieter. Wir verdienen mit dem Stromkonsum unserer Kunden kein Geld. Das bedeutet, wir reichen die Kilowattstunde zum Einkaufspreis an die Kunden weiter. Für Kunden ohne smarte Zähler ist das der monatlich durchschnittliche Einkaufspreis. Für Kunden, die bereits einen Smart Meter haben, passen wir den Preis sogar stündlich an. Über die Tibber App kann man außerdem viele Smart Home-Geräte, wie das E-Auto oder seine Solar-Anlage, steuern lassen. Wir bieten also ein echtes Produkt, das Kunden im Alltag benutzen können und Strom erlebbar macht.

CHECK24: Wie kann Tibber im Durchschnitt 30 Prozent günstiger als die großen Stromanbieter sein?

In der Wertschöpfungskette von der Stromproduktion bis zur Steckdose der Kunden gibt es eine Vielzahl von Arbeitsschritten. In jedem Schritt nehmen die Beteiligten einen Aufschlag auf den Preis pro Kilowattstunde. Auch wenn Anteile wie Steuern und Umlagen von Netzbetreibern immer zu zahlen sind, zahlt der Kunde bei herkömmlichen Unternehmen einen zusätzlichen Anteil auf den Verbrauch. Dieser Anteil entfällt bei Tibber. Das heißt, wir geben den Strom zum gleichen Preis weiter, zu dem wir ihn einkaufen. Uns geht es auch gar nicht darum mit Boni fürs erste Jahr Kunden mit dem günstigsten Lockangebot zu gewinnen. Wir bieten stattdessen eine faire, transparente und nachhaltige Preisgestaltung, mit der wir aber praktisch immer zu den günstigsten Anbietern gehören werden.

Darüber hinaus sind wir als voll-digitales Unternehmen in der angenehmen Situation, Prozesse von Anfang an automatisiert denken zu können, ohne dabei auf bestehende und veraltete Strukturen achten zu müssen. Das erlaubt es uns, Prozesse sehr viel schneller und kostengünstiger zu gestalten, als es traditionelle Stromanbieter können. Von diesen Kostenvorteilen profitieren auch unsere Kunden.

CHECK24: „Wir wollen weniger Strom verkaufen“ – ist das als Stromanbieter nicht ein schlechtes Konzept?

Marion Nöldgen: Nein, denn wir verdienen ja keinen Cent mehr wenn unsere Kunden mehr verbrauchen. Daher ist das wirtschaftlich für uns irrelevant. Wir möchten einen nachhaltigen Lebensstil einfach und günstig machen. Daher konzentrieren wir uns darauf, Transparenz und smarte Tools zur Verfügung zu stellen, die es den Kunden leicht machen, den eigenen Stromkonsum ohne Mühe zu reduzieren.

CHECK24: Was ist die Zielgruppe von Tibber?

Marion Nöldgen: Unser Angebot richtet sich an alle, die ein Interesse an zeitgemäßer Stromnutzung haben: Diejenigen, für die Komfort und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt stehen, die Technikaffinen mit Interesse an neuesten Technologien und E-Mobilität sowie Hausbesitzer, die besonders an smarten Lösungen interessiert sind.

CHECK24: Ist Tibber nur mit Smart Meter sinnvoll?

Marion Nöldgen: Um Ökostrom zum Einkaufspreis von uns zu bekommen, benötigen Kunden kein Smart Meter. Für einen durchschnittlichen Haushalt macht es preislich auch so gut wie keinen Unterschied, ob man unseren monatlichen Durchschnittspreis nutzt oder den stündlich angepassten Smart Meter-Tarif. Ein Smart Meter ist aber für alle interessant, die größere Strommengen z.B. durch E-Autos, Wärmepumpen oder ähnliches verbrauchen, genauer über ihren Stromverbrauch Bescheid wissen oder von besonders günstigen kWh-Preisen profitieren möchten. 

Wir arbeiten aber bereits an einem zusätzlichen Kommunikationselement für digitale Stromzähler, mit dem unsere Nutzer alle Vorteile von Tibber nutzen können.

CHECK24: Ihr beschreibt eure App als die „innovativste Strom-App in Deutschland“. Was genau verleiht Euch diesen Titel?

Marion Nöldgen: Mit der Tibber App erhalten Kunden zum einen den Strom zum Einkaufspreis und zum anderen volle Transparenz zum Strompreis sowie volle Transparenz und Kontrolle über den eigenen Verbrauch. In dieser Kombination können Kunden jederzeit selbst den Stromverbrauch kontrollieren und so steuern, dass sie den Strom dann verbrauchen, wenn es für sie am günstigsten ist. Mit der Integration von E-Autos, PV-Anlagen und Smart Home-Komponenten in der Tibber App können Kunden ihr Zuhause zusätzlich smarter und energieeffizienter gestalten. Wir halten das für ziemlich innovativ.

CHECK24: Was hat Tibber anderen Energie Startups wie aWATTar oder Lition voraus?

Marion Nöldgen: Lition hat ein anderes Modell als Tibber: Sie verbinden Kunden direkt mit einzelnen Kraftwerksbetreibern, erheben aber wie klassische Energieanbieter auch eine Marge auf den verkauften Strom. aWATTar bietet ebenfalls einen Smart Meter-Tarif an. Grundsätzlich begrüßen wir alle Anbieter für nachhaltige Energie, die mehr Transparenz in den Markt bringen.

Neben der Tatsache, dass wir nicht an einem höheren Stromverbrauch verdienen, grenzt sich Tibber auch noch in anderer Hinsicht vom Markt ab: Tibber ist ein vollständig digitaler Anbieter von Strom – im Backend, wo es Kunden nicht sehen, aber auch in der besonders benutzerfreundlichen App. Falls gewünscht, kann die App zum Beispiel sehr leicht mit smarten Steckdosen verbunden werden. Wer möchte, kann sein smartes Zuhause mit der App verbinden und hat somit immer einen umfassenden Einblick über den aktuellen Stromverbrauch. Darüber geben wir konkrete und teils spielerische Anreize zum Stromsparen. Beispielsweise können Kunden ihren Stromverbrauch mit Haushalten ähnlicher Größe vergleichen. 

CHECK24: Welche Rolle spielt Klimaschutz für Ihr Unternehmen?

Marion Nöldgen: Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind Grundpfeiler, auf denen Tibber aufbaut. Neben einer Finanzbuchhaltung gibt es bei Tibber intern auch eine CO₂-Buchhaltung. Damit erstellen wir am Jahresende unsere CO₂-Bilanz, laut der wir bereits 110% kompensieren.
Mit unserer App helfen wir unseren Kunden außerdem aktiv dabei, ihren Stromverbrauch zu senken. Indem wir den Verbrauch von Strom in Zeiten von hoher Produktion mit günstigen Preisen belohnen, tragen wir zudem zu einer Stabilisierung der Netze bei, eine der großen Herausforderungen der Energiewende. Wir glauben außerdem, dass die Transparenz über den eigenen Stromverbrauch unsere Nutzer zusätzlich dafür sensibilisiert, Energie bewusster und am Ende weniger davon zu verbrauchen.

CHECK24: Werdet Ihr als „Stromanbieter des digitalen Zeitalters“ zukünftig den führenden Stromgiganten die Kundschaft klauen?

Marion Nöldgen: Ja! Wobei, wer nachhaltig das bessere Angebot macht, braucht auch nicht zu klauen!

CHECK24: Was ist Tibbers Vision für die nächsten 10 Jahre?

Marion Nöldgen: Wir sehen ein nachhaltiges, vernetztes und digitales Zeitalter für die Energiebranche vor uns. Wenn es nach uns geht, werden wir Energie in Zukunft so effizient wie möglich nutzen und wir glauben, dass digitale Technik hierzu der Schlüssel ist. Aber warum gleich 10 Jahre in die Zukunft blicken? Vieles von dem, was heute nach Zukunftsvision klingt, ist mit Hilfe von Anbietern wie Tibber ja auch heute schon möglich. Bequem auf dem Handy einstellen, dass E-Auto dann zu laden und den Boiler dann hoch zu heizen, wenn gerade der Wind weht und der Strompreis negativ ist? Das geht auch heute schon.

CHECK24: Wie wird sich die Energiebranche in den nächsten Jahren verändern?

Marion Nöldgen: Es gibt zahlreiche Trends, die die Branche bereits jetzt verändern. Zum einen sehen wir eine zunehmende Dezentralisierung. Aus wenigen großen Produzenten, wie Kraftwerksbetreiber, werden viele kleine, von der PV-Anlage auf dem Einfamilienhaus bis hin zu kleinen Solar- und Windparks. Zusammen mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien erfordert das einen hohen Grad an Flexibilität am Strommarkt. Nur so bleiben Stromangebot und -nachfrage ausgeglichen und die Netze stabil. Private Haushalte sind für mehr als ein Viertel des Stromverbrauchs in Deutschland verantwortlich. Entsprechend wichtig wird es werden, diese Gruppe ebenfalls flexibel anhand von intelligenten Stromzählern einzubinden. Verstärkt wird das zusätzlich durch den Trend hin zur E-Mobilität, denn immer mehr Privathaushalte legen sich ein E-Auto zu. Deutschland hat im vergangenen Jahr mehr E-Autos zugelassen als die USA und steht damit im weltweiten Vergleich auf Platz 2 hinter China. Zentrale Fragen sind: Wie entlasten wir die Stromnetze und halten sie stabil? Wie binden wir Verbraucher so ein, dass es attraktiv für sie ist? Auf viele der aktuellen Fragen ist Tibber bereits heute eine gute Antwort.

CHECK24: Wird Tibber zukünftig bei Vergleichsportalen vertreten sein?

Marion Nöldgen: Wir haben es uns zum Ziel gemacht, mehr Transparenz in den Strommarkt zu bringen. Damit wollen wir also etwas sehr ähnliches wie auch die Vergleichsportale: Die Kunden dabei unterstützen, den Wirrwarr der vielen Anbieter zu durchblicken. Aus unserer Sicht haben wir hier also ähnliche Interessen und wir werden das sicher für uns testen und mit diesem Experiment sehen, wie unser Angebot angenommen wird.

CHECK24: Frau Nöldgen, wir bedanken uns für das spannende Interview!


CHECK24 Energieexpertin Jenny Harms Jenny Harms
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