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Michael Friedrich von Greenpeace Energy: "Vorsicht vor Schmu" - wie Verbraucher echten Ökostrom finden 

Michael Friedrich, Greenpeace EnergyWirklich nachhaltigen Ökostrom zu finden ist nicht so einfach. Michael Friedrich, der Pressesprecher des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy, erklärt wie es geht und gibt Tipps, wie Verbraucher selbst einen Beitrag zur Energiewende leisten können.

Inhaltsverzeichnis

CHECK24: Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom ─ auf was sollten Verbraucher achten?

Michael Friedrich: Echte Ökostromanbieter liefern ihren Kunden Strom aus eigenen sauberen Kraftwerken und anderen ökologisch einwandfreien Quellen wie Wasserkraft, und die müssen sie transparent und eindeutig nachweisen können. Vorsicht vor Schmu: Manche Anbieter kaufen Graustrom an der Börse (auch aus Kohle und Atom) und tünchen ihn mit sogenannten Grünstromzertifikaten, die man dazukaufen kann, auf öko um.
 

CHECK24: Warum entschloss sich Greenpeace 1999 dazu, ein eigenes Energieunternehmen zu gründen?

Michael Friedrich: Als 1998 der Strommarkt liberalisiert wurde, konnten Verbraucher erstmals wählen, von wem sie ihren Strom beziehen. Und Stromanbieter konnten nun Kunden im ganzen Bundesgebiet beliefern. Aus der Steckdose kam aber überall fast nur Strom aus Atom- und Kohlekraftwerken. Die historische Chance nutzte Greenpeace 1999 zur Gründung unserer Energiegenossenschaft. Das Ziel: Wer grünen Strom will, kriegt ihn nun endlich – von Greenpeace Energy. Mit uns konnten Kunden aus der Atomkraft und der Kohleverstromung aussteigen und stattdessen die Energie aus Sonne, Wind und Wasserkraft anzapfen. Anfangs waren ein paar Dutzend Genossenschaftsmitglieder dabei, heute sind es mehr als 23.000, die sich so für die Energiewende und den Klimaschutz engagieren.
 

CHECK24: Woher bezieht Greenpeace Energy Ökostrom?

Michael Friedrich: Wir beziehen knapp 90 Prozent unseres Ökostroms aus besonders guten deutschen und österreichischen Wasserkraftwerken und rund zehn Prozent aus Windenergieanlagen. Das ist ein hoher Wert, für uns aber wichtig: Denn neben dem Bau von neuen Anlagen ist die Integration von sogenannten „fluktuierenden“ Energien aus Wind und Sonne, die nicht ständig und in immer gleichen Mengen verfügbar sind, eine zentrale energiepolitische Aufgabe. Wir steigern diesen Anteil deshalb kontinuierlich und sind dabei Vorreiter.
 

CHECK24: Greenpeace Energy bietet den Ökogastarif proWindgas an. Was steht hinter dem Begriff Windgas?

Michael Friedrich: Wir haben das mal so beschrieben: Mit Windgas recyceln wir sogar den Wind. Denn auf diese Weise lässt sich überschüssige Energie aus Windturbinen und aus Solarmodulen speichern, die sonst abgeschaltet würden. Das passiert heute immer dann, wenn das Stromnetz deren Strom nicht aufnehmen kann, weil gerade mehr produziert als verbraucht wird. Mit Windgas kann dieser Strom nun per Elektrolyse in erneuerbaren Wasserstoff umgewandelt werden. Und der lässt sich im Erdgasnetz speichern und ersetzt dort fossiles Erdgas. Unsere proWindgas-Kunden erhalten diesen Wasserstoff in ihrem Gasgemisch und nutzen ihn so zum Kochen und Heizen oder um warm zu duschen. Noch ist der Anteil gering, aber wir steigern ihn stetig.
 

CHECK24: 100 Prozent Erneuerbare Energien in Deutschland ─ frommer Wunsch oder bald Wirklichkeit?

Michael Friedrich: Die gute Nachricht ist, 100 Prozent Erneuerbare in Deutschland sind bis 2050 zu schaffen, sowohl technisch als auch wirtschaftlich. Wenn wir in Deutschland eines Tages 100 Prozent unseres Stroms aus Wind, Sonne und anderen Erneuerbaren erzeugen, muss unsere Stromversorgung ja auch dann sicher sein, wenn der Wind mal nicht weht und die Sonne nicht scheint. Und da bietet nur Windgas mit dem angeschlossenen Gasnetz die nötigen Speicherkapazitäten, um sogar Flauten und wolkenreiche Phasen von bis zu drei Monaten zu überbrücken.
Wir müssen es jetzt aber anpacken. Wenn wir zügig in den Aufbau der nötigen Elektrolysekapazitäten für die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff und (nach einem weiteren Schritt) Methan aus Wind und Sonne einsteigen, lohnt sich das auch wirtschaftlich: Ein Stromsystem mit 100 Prozent Erneuerbaren wird durch Windgas um Milliarden billiger als die von der Bundesregierung für 2050 angestrebten 80 Prozent Erneuerbare plus 20 Prozent fossile Energieträger.
 

CHECK24: Wie können Verbraucher selbst zur Energiewende beitragen?

Michael Friedrich: Unser erster Tipp als Ökoenergieanbieter: Verbraucher können Energie sparen und damit Geld. Das ist oft ganz leicht, zum Beispiel durch abschaltbare Steckerleisten den Stand-by-Verbrauch reduzieren, durch Kauf von effizienten Haushaltsgeräten und Strom sparenden Leuchten. Als nächstes empfiehlt sich die Wahl von echtem Ökostrom. Das ist nicht so teuer, wie viele irrtümlich glauben. Wir liegen zum Beispiel mit unserem Greenpeace Energy Ökostromtarif von 26,65 Cent pro Kilowattstunde unter dem bundesdeutschen Durchschnittspreis aller Anbieter.
Zum Klimaschutz können Verbraucher aber auch beitragen, indem sie sich an Bürgerwindparks beteiligen oder einer Energiegenossenschaft beitreten wie wir eine sind. Wenn die Politiker in Bund und Ländern merken, die Leute engagieren sich so für die Energiewende, dann tut sich auch weiter was bei diesem für unser aller Zukunft so wichtigen Thema.

CHECK24: Herr Friedrich, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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