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Niedrige Ölpreise Venezuela möchte neue Öl-Allianz gründen

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Venezuela möchte mit anderen erdölproduzierenden Ländern eine neue Allianz bilden, um den Ölpreis zu stabilisieren. Seine Suche nach Verbündeten führt Venezuelas Präsident Nicolás Maduro nach Aserbaidschan nun in den Iran, nach Saudi-Arabien und Katar.

Niedrige Ölpreise belasten Venezuela.
Venezuela leidet unter dem niedrigen Ölpreis.
Ziel sei eine stabile Allianz sowohl mit Opec- als auch mit Nicht-Opec-Ländern, erklärte der venezolanische Präsident. „Wir wollen dieses Chaos nicht, in dem die Future-Märkte und Spekulanten die Kontrolle über ein Produkt übernehmen, in das sie nicht investieren“, so Maduro. Man arbeite an einer Formel für Preisstabilität in den kommenden zehn Jahren. Zunächst werde jedoch ein kurzfristiger Plan für das nächste halbe Jahr angestrebt.
 

Ölpreise auf sehr niedrigem Niveau

Venezuela ist das Land mit den größten Erdölreserven der Welt und leidet massiv unter den niedrigen Ölpreisen. Ein Barrel venezolanischen Öls kostet derzeit rund 43 US-Dollar. Um die Ölpreise ansteigen zu lassen, ist eine Drosselung der Fördermenge nötig. Momentan wird weltweit mehr Öl gefördert als nachgefragt wird. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hat deshalb bereits eine Begrenzung der Fördermenge angekündigt. Problem in Venezuela ist jedoch auch die veraltete Fördertechnik. Die sozialistische Regierung hat jahrelang versäumt, in moderne Fördertechniken und Raffinerien zu investieren.
 

Einnahmen des staatlichen Ölkonzern stark eingebrochen

Venezuelas Ölkonzern PDVSA ist vom Bankrott bedroht. 2015 waren die Einnahmen des Staatskonzerns von 122 Milliarden auf 72,2 Milliarden Dollar gesunken. Zuletzt hat der Konzern versucht, ausländische Gläubiger davon zu überzeugen, in den Jahren 2016 und 2017 fällige Anleihen gegen eine hohe Verzinsung in Papiere umzuwandeln, die bis 2020 weiterlaufen. Das Angebot lief am Freitag aus. Ob genug Gläubiger darauf eingegangen sind, ist noch unklar.
 

Venezuela droht Staatspleite

Der venezolanische Staatshaushalt ist in hohem Maße von den Einnahmen von PDVSA abhängig, deshalb droht Venezuela mit dem Bankrott des Ölkonzerns auch die Staatspleite. Schon jetzt hat das südamerikanische Land kaum noch Devisen, um die Einfuhr von Produkten wie Lebensmitteln oder Medikamenten zu bezahlen. Venezuela erlebt deshalb derzeit die schlimmste Versorgungskrise seiner Geschichte.