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Studie: Jeder Zweite fürchtet, im Alter nicht das richtige Heim zu finden

München, 20.7.2017 | 12:03 | mst

Die meisten Deutschen wünschen sich mehr Informationen über Pflegeheime. Sie fürchten, später einmal nicht das richtige Heim auswählen zu können. Die Bertelsmann-Stiftung fordert daher ein Bewertungssystem für sämtliche Einrichtungen.
 

Mann im Rollstuhl im Pflegeheim mit PflegerinViele wünschen sich mehr Informationen zur Qualität der Alten- und Pflegeheime.
Fast jeder zweite Deutsche (49 Prozent) fürchtet, im Ernstfall nicht das richtige Pflegeheim zu finden, weil wichtige Informationen fehlen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung.
 
Demnach wünschen sich 90 Prozent mehr Informationen über Pflege- und Altenheime. Die Befragten hätten gerne mehr Informationen zu Pflegequalität, Anzahl der Pflegekräfte sowie Qualifikation und persönlichem Engagement des eingesetzten Personals.

Dabei hat bereits jeder dritte Deutsche über 50 Jahren schon einmal nach einem Pflegeheim für sich selbst oder Angehörige gesucht.
 

Mehr als die Hälfte geht von großen Qualitätsunterschieden aus

Mehr als die Hälfte (55 Prozent) geht jedoch davon aus, dass es große Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Einrichtungen gibt. Gleichzeitig sind viele skeptisch, was die Qualität der Heime hierzulande angeht.

So schätzen nur 52 Prozent die Qualität von Pflege und Betreuung als gut oder sehr gut ein. Bei der fachlichen Qualifikation sehen dies immerhin 59 Prozent so, beim persönlichen Engagement der Pflegekräfte 58 Prozent.
 

Bertelsmann-Stiftung fordert Bewertungssystem

Die Bertelsmann-Stiftung fordert Pflegekassen, Anbieter von Pflegediensten sowie die Politik auf, mehr Informationen zu jedem Pflegeheim zu veröffentlichen. „Pflegebedürftige und ihre Familien sollten alle nötigen Informationen erhalten, um sich für den passenden Anbieter entscheiden zu können“, sagte Brigitte Mohn, Vorstand der Stiftung.
 
Die Bertelsmann-Stiftung schlägt ein Bewertungssystem für Pflegeheime vor, das wichtige Einrichtungsmerkmale berücksichtigt. Die Ergebnisse sollten online für alle Interessierten verfügbar sein.
 
Für ihre Studie hat die Stiftung rund 1.000 volljährige Bundesbürger telefonisch befragt.

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