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Pflegenotstand: Spahn: Mit Mehrarbeit gegen den Personalmangel

München, 20.9.2018 | 12:06 | mst

Teilzeit-Beschäftigte, die ihre Stunden aufstocken, Pflegekräfte aus dem Ausland und bessere Arbeitsbedingungen: So möchte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Pflegenotstand bekämpfen.

Altenpflegerin kämmt Heimbewohner die Haare.Altenpflegerin bei der Arbeit. Pflegekräfte, die Teilzeit arbeiten, möchte Spahn zu mehr Wochenstunden bewegen.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will den Pflegenotstand auch mit Mehrarbeit von Pflegekräften in Teilzeit bekämpfen. In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen sagte Spahn, er wolle die Beschäftigten zu Mehrarbeit bewegen.
 
Viele Beschäftigte in Heimen und ambulanten Diensten hätten ihre Stundenzahl reduziert, sodass man auch ein Auge auf die Arbeitsbedingungen werfen müsse. „Wenn von einer Million Pflegekräften 100.000 nur drei, vier Stunden mehr pro Woche arbeiten würden, wäre schon viel gewonnen“, sagte der Bundesminister für Gesundheit der Zeitung.
 

Pflegekräfte aus dem Ausland sollen angeworben werden

Spahn sprach sich auch dafür aus, Pflegekräfte aus dem Ausland anzuwerben. Länder mit einer jungen Bevölkerung wie das Kosovo oder die Philippinen würden weit über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden. Deutschland sei hingegen nach Japan das zweitälteste Land der Welt und habe einen enormen Bedarf.
 
Laut Spahn liegt es nicht nur an der Bezahlung, dass es zu wenige Pflegekräfte gibt. „Vieles ist auch eine Frage der Organisation: faire Schichtpläne, verlässliche Arbeitszeiten, auch mal drei, vier freie Tage am Stück“, erklärte er. Die Pflege sei derzeit der am wenigsten planbare Beruf. Daher müsse man an den Rahmenbedingungen arbeiten.

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