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Barmer Pflegereport: Pflegende Angehörige oft am Ende ihrer Kräfte

München, 8.11.2018 | 14:24 | msc

Etwa 185.000 Personen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen, stehen kurz davor, ihre Hilfe einzustellen. Dennoch wird professionelle Unterstützung von vielen nicht in Anspruch genommen. Dies geht aus dem diesjährigen Pflegereport der Barmer Krankenkasse hervor.

Seniorin im Rollstuhl und Pflegerin schauen aus dem Fenster.Viele pflegende Angehörige sind oft am Ende ihrer Kräfte.
Der Pflegenotstand in Deutschland droht sich weiter zu verschärfen: Von insgesamt rund 2,5 Millionen pflegenden Angehörigen geben knapp 349.000 Betroffene an, ihren Dienst demnächst einstellen oder Familienmitglieder nur mit fremder Hilfe weiterpflegen zu wollen. Dies belegt eine repräsentative Studie im Auftrag der Krankenkasse. Befragt wurden mehr als 1.900 Versicherte der Barmer, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen.

85 Prozent aller Befragten gaben an, dass die Pflege ihr tägliches Leben bestimme – bei 50 Prozent mehr als zwölf Stunden am Tag. Nur ein Drittel der Angehörigen geht arbeiten, jeder Vierte hat seinen Beruf für die Pflege reduzieren oder ganz aufgeben müssen.

Knapp 50 Prozent leiden unter psychischen Problemen, 40 Prozent fehlt Schlaf und 30 Prozent fühlen sich in ihrer Rolle als Pflegende gefangen. „Es ist alarmierend, dass fast jede fünfte Hauptpflegeperson Zukunfts- und Existenzängste hat“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer Christoph Straub. Viele pflegende Angehörige seien an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen, urteilte  Heinz Rothgang, Professor der Uni Bremen und Autor des Barmer Pflegereports.

Professionelle Hilfe wird oft nicht genutzt

Trotz dieser alarmierenden Befunde werden externe Hilfsangebote von vielen Angehörigen nicht genutzt: Knapp 820.000 von 2,5 Millionen pflegenden Angehörigen nehmen Kurzzeitpflege, Betreuungs- oder Haushaltshilfen nicht in Anspruch.

Als Gründe geben die Betroffenen unter anderem an, dass die Angebote zu teuer oder von zu geringer Qualität seien. Einige beklagen zudem, dass es vor Ort kein passendes Angebot gebe oder die Hilfe mit zu viel Organisation verbunden sei. Fast 60 Prozent der Befragten wünscht sich weniger Bürokratie beim Antrag auf Pflegeleistungen.

Dabei sollte Unterstützung bei der Pflege laut der Barmer so früh wie möglich in Anspruch genommen werden, damit sie am besten wirke. Dazu sei nicht nur eine umfassende, frühzeitige Beratung durch Pflegeexperten wichtig, sondern auch ein niedrigschwelliger Zugang zu den Unterstützungsleistungen, betonte der Pflegeexperte Rothgang.

Ausgaben der Pflegeversicherung steigen um 7,25 Milliarden Euro

Der Pflegereport enthält auch weitere Daten zur gesetzlichen Pflegeversicherung. So sind die Ausgaben der Pflegeversicherung von 2016 auf 2017 um 7,25 Milliarden Euro gestiegen. Die Einnahmen legten hingegen um lediglich vier Milliarden Euro zu.

Im Jahr 2017 stellten insgesamt 1,64 Millionen Versicherte erstmals einen Antrag auf Pflegeleistungen – 1,34 Millionen Anträge bezogen sich auf die ambulante Pflege.

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