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TK-Innovationsreport 2016: Neue Arzneimittel sind doppelt so teuer

München, 7.9.2016 | 17:47 | are

Obwohl neue Arzneimittel des Jahres 2013 qualitativ nicht besser sind als im Vorjahr eingeführte Präparate, kosten sie durchschnittlich doppelt so viel. Das zeigt der neue Innovationsreport der Techniker Krankenkasse (TK).

Tabletten-PillendoseDer Versuch der Krankenkassen, Kosten bei Arzneimitteln zu sparen, bleibt erfolglos.
Demnach wurden 23 neue Medikamente anhand eines Ampel-Systems bewertet. Lediglich ein Präparat erhielt die Bestnote mit einer grünen Ampel. Neun wurden mit „gelb“ bewertet und 13 Arzneimittel fielen mit „rot“ ganz durch. Das entspricht in etwa den Bewertungen der Arzneimittel des Jahres 2012.
 
Trotzdem hat sich laut TK der Preis pro Packung im Jahr nach der Markteinführung mehr als verdoppelt – auf 1.418 Euro. Bei den neuen Arzneimitteln im Jahr 2012 lag der Preis demnach im Schnitt noch bei 670 Euro pro Packung.
 

Vor allem Krebsmedikamente kommen auf den Markt

Nach Angaben der Krankenkasse hat die TK für die 23 getesteten Medikamente im letzten Jahr 76 Millionen Euro ausgegeben. Obwohl die Präparate laut Ampel-Schema kaum mit echten Innovationen überzeugen konnten, wurde mehr als die Hälfte bereits in die medizinischen Leitlinien aufgenommen.
 
40 Prozent der getesteten Arzneimittel waren dabei Krebsmedikamente. Zumindest durch einige der neuen Präparate seien Fortschritte in der medikamentösen Krebsbehandlung erzielt worden, sagte Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.
 
Steigende Arzneimittelkosten sind schon länger Thema der gesetzlichen Krankenversicherung. Um Ausgaben zu reduzieren und die Qualität zu verbessern, wurde 2011 das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) eingeführt. Wie der TK-Innovationsbericht zeigt, hat das AMNOG die Erwartungen bisher nicht erfüllt.

Aktualisierung:
TK-Innovationsreport 2017

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