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OECD-Bericht: Das deutsche Gesundheitssystem kriegt gute Noten

München, 13.11.2017 | 12:41 | mst

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellt dem deutschen Gesundheitssystem insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Einige Punkte kritisiert sie dennoch.
 

Krankenhausarzt im Gespräch mit einer KrankenschwesterDie OECD vergibt für das deutsche Gesundheitssystem gute Bewertungen.
Laut dem aktuellen OECD-Bericht hat Deutschland mit 11,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) die dritthöchsten Gesundheitsausgaben weltweit. Der Durchschnitt aller OECD-Länder liegt hier bei 9 Prozent.

Allerdings geben die USA (17,2 Prozent des BIP) sowie die Schweiz (12,4 Prozent) noch mehr für ihre Gesundheitsversorgung aus.
 

Guter Service – zu viele Kliniken

Dabei sei der Service in Deutschland besser als in den meisten anderen Ländern. So gebe es geringe Wartezeiten für Patienten und ausgeprägte Wahlmöglichkeiten – etwa die des Arztes.
 
Allerdings zeigt der OECD-Bericht auch Mängel auf. So habe Deutschland mit rund 2.000 Kliniken eine vergleichsweise hohe Krankenhausdichte. Zudem könnten mehr Eingriffe ambulant erledigt werden. Die OECD bemängelt darüber hinaus den hohen Verbrauch an Arzneimitteln.
 
Der Bericht stellt zudem deutliche regionale Unterschiede bei der Gesundheitsversorgung hierzulande fest. Dies könne auf eine Überversorgung in den Ballungsräumen hindeuten.
 

Durchschnittliche Lebenserwartung

Bei der Lebenserwartung liegt Deutschland mit 80,7 Jahren fast genau im Schnitt aller 35 OECD-Staaten (80,6 Jahre). Die höchste Lebenserwartung haben Japaner (83,9 Jahre), Spanier sowie Schweizer (jeweils 83 Jahre). Schlusslichter sind hier Indonesien (69,1 Jahre), Indien (68,3 Jahre) und Südafrika (57,4 Jahre).
 

Viele Raucher hierzulande

20,9 Prozent der Deutschen rauchen. Damit liegt Deutschland bei diesem Gesundheitsrisiko deutlich über dem Durchschnitt. Im Schnitt aller OECD-Staaten rauchen 18,4 Prozent aller Erwachsenen. In Brasilien (7,2 Prozent) und Mexiko (7,6 Prozent) rauchen besonders wenige. In Indonesien (39,9 Prozent), der Türkei sowie Griechenland (jeweils 27,3 Prozent) ist der Anteil der Raucher hingegen hoch.
 
Auch beim Alkoholkonsum liegt Deutschland mit 11 Liter reinem Alkohol über dem OECD-Durchschnitt (9 Liter). Fettleibig sind 23,6 Prozent der Deutschen, der Schnitt aller Länder liegt bei 19,4 Prozent. Besonders gering ist dieser Anteil in Japan (3,7 Prozent).

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