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Krankenkassen: Den Check-up gibt es nur noch alle drei Jahre

München, 8.4.2019 | 11:41 | mst

Von der Öffentlichkeit unbemerkt hat der Gemeinsame Bundesausschuss die Regelungen für den Check-up bereits im letzten Jahr geändert. Versicherte ab 35 Jahren können die kostenlose Vorsorgeuntersuchung künftig nur noch alle drei Jahre in Anspruch nehmen, dafür profitieren Jüngere.

Arzt untersucht eine Patientin mit dem Stethoskop.Beim Check-up sollen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Diabetes frühzeitig erkannt werden.
Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben künftig nur noch alle drei Jahre Anspruch auf einen kostenlosen medizinischen Check-up. Das haben Vertreter von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken im Gemeinsamen Bundesausschuss beschlossen, wie die Rheinische Post berichtet. Bislang konnten Versicherte ab einem Alter von 35 Jahren die Untersuchung alle zwei Jahre in Anspruch nehmen.
 
Allgemeinmediziner kritisierten den Beschluss. Das sei völlig unakzeptabel, sagte Thomas Nasse, Allgemeinmediziner aus Mettmann der Rheinischen Post. Nach seiner Erfahrung habe der Zwei-Jahres-Rhythmus schon viele Menschen vor Leid bewahrt und auch schon Leben gerettet.

Zwischen 18 und 35 Jahren gibt es einen einmaligen Check-up

In einem Punkt wird der Anspruch auf den Check-up hingegen verbessert: Künftig haben auch Versicherte zwischen 18 und 35 Jahren einen Anspruch darauf, allerdings nur ein einziges Mal. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung soll dann ebenfalls der Impfstatus überprüft werden, um mögliche Impflücken schließen zu können.
 
Die Änderungen hatte der Gemeinsame Bundesausschuss bereits im Juli 2018 beschlossen. Das Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn (CDU) hatte die geplanten Änderungen allerdings bislang nicht kommuniziert.

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