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Heilmittelbericht 2017: Frauen gehen öfter zur Physiotherapie als Männer

München, 20.12.2017 | 11:54 | are

Mehr als jede fünfte AOK-versicherte Frau hat 2016 eine Physiotherapie in Anspruch genommen. Bei den Männern sind es deutlich weniger. Das geht aus dem Heilmittelbericht 2017 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. 

Eine junge Patientin erhält eine Physiotherapie.Die Kosten für Heilmittel wie etwa eine Physiotherapie sind 2016 auf 6,5 Milliarden Euro gestiegen.
Demnach nutzten mehr als 21 Prozent der AOK-versicherten Frauen 2016 eine Physiotherapie, aber nur rund 13 Prozent der Männer. Insgesamt waren zwei Drittel der AOK-versicherten Patienten, die eine Physiotherapie erhielten, weiblich. Die mit Abstand häufigste Diagnose, die zu einer Verordnung führte, waren unspezifische Rückenschmerzen.
 
„Frauen haben zwar objektiv eine höhere Lebenserwartung als Männer, sie schätzen ihren Gesundheitszustand aber subjektiv schlechter ein, gehen häufiger zum Arzt und nehmen auch Physiotherapien entsprechend öfter in Anspruch“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des WIdO Helmut Schröder.
 

Heilmittel kosten 6,5 Milliarden Euro

Laut dem Bericht kosteten Heilmittel die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2016 rund 6,5 Milliarden Euro. Das sind knapp drei Prozent der gesamten Leistungsausgaben aller Kassen. 2015 lagen die Kosten noch bei rund sechs Milliarden Euro. Innerhalb von zehn Jahren sind die Ausgaben für Heilmittel nach Angaben des WIdO um fast 67 Prozent gestiegen.
 
Insgesamt wurden den Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung im letzten Jahr über 37 Millionen Heilmittelrezepte ausgestellt. Mehr als 84 Prozent der Heilmittel wurden im Bereich der Physiotherapie verschrieben. Ergotherapie und Sprachtherapie kamen auf knapp sieben beziehungsweise fünf Prozent aller Verschreibungen. Die Verordnungen im Bereich der Podologie machten vier Prozent aus.

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