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Tag der Rückengesundheit: Ein gesunder Rücken kann entzücken

München, 15.3.2017 | 09:00 | are

Die Deutschen haben Rücken! Ob vom vielen Sitzen, zu starker Belastung oder zu viel Stress: Wenn sich der Rücken wieder einmal meldet, kommen viele Auslöser in Betracht. Zum Tag der Rückengesundheit verrät CHECK24, was Sie gegen Rückenprobleme tun können und welche Kosten die Krankenkassen übernehmen.

Angestellte streckt sich in ihrem BürostuhlMit mehr Bewegung im Alltag lassen sich Rückenprobleme bekämpfen.
Rückenprobleme sind in Deutschland zu einem Volksleiden geworden. Tatsächlich sind sie der Hauptgrund für Krankschreibungen. Mehr als jeder fünfte Fehltag geht auf Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen zurück.

Gerade wer zu viel sitzt, hat oft Rückenprobleme. Und dass wir zu viel sitzen, ist hinreichend bekannt – der durchschnittliche Arbeitnehmer mit einem Bürojob verbringt hierzulande rund elf Stunden täglich im Sitzen. Das ist alles andere als gesund: Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte man sich mindestens 150 Minuten pro Woche bewegen – aber viele schaffen nicht einmal dieses Minimum.
 

Mehr Bewegung? – Kein Problem

Dabei kann jeder ohne viel Aufwand zu mehr Bewegung im Alltag kommen. Wir verraten einfache Tipps, wie es geht.

Die Treppe nehmen
Es ist wahrscheinlich der älteste aller Bewegungstipps fürs Büro, aber auch einer der effektivsten: Nehmen Sie die Treppe statt den Fahrstuhl! Denn wenn wir einmal ehrlich sind: in den zweiten, dritten oder vierten Stock zu laufen, schafft man auch ohne große Sportaffinität.

Termine im Stehen abhalten
Wer oft kürzere Termine hat, weiß: noch schneller geht’s, wenn man dabei stehen bleibt. Denn einige Angelegenheiten lassen sich in lockerer Runde auch im Stehen besprechen. Sie können Stehtische auch fürs Büro nutzen. Zwar sollte man nicht den ganzen Tag am Stehtisch arbeiten, aber für ein bisschen Abwechslung zwischendurch ist er optimal.

Beim Telefonieren bewegen
Wer in der Arbeit oft telefoniert, kann das ebenfalls als Bewegungspause nutzen. Stehen Sie zum Telefonieren auf und laufen Sie im Büro oder auf dem Flur herum – natürlich mit Rücksicht auf die Kollegen. Aber vielleicht sind die ja ohnehin froh, wenn Sie beim Telefonieren öfter einmal das Büro verlassen – so kann jeder ungestört weiterarbeiten.

Kollegen besuchen
Vielleicht können Sie das Telefonieren – und das E-Mail-Schreiben – ja auch gleich sein lassen und stattdessen bei den Kollegen vorbeigehen. Manche Belange lassen sich schneller lösen, wenn man das persönliche Gespräch sucht. Und Ihrem Körper tut der kurze Gang ebenfalls gut.

Spaziergang in der Mittagspause
Apropos Spaziergang: Sie haben eine Stunde Mittagspause und sind nach 30 Minuten schon satt und wieder heraus aus der Kantine? Kein Problem, die Zeit können Sie gut nutzen, um einen Verdauungsspaziergang zu machen. Das bringt nicht nur mehr Bewegung in den Büroalltag, durch die frische Luft können Sie viel Energie für den Nachmittag tanken.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit
Mit dem Frühling kommt auch die Fahrradsaison: Holen Sie Ihr Rad aus dem Keller hervor und nutzen Sie es! Das tut nicht nur Ihnen gut, sondern auch der Umwelt.

Wer jetzt die Ausrede parat hat, dass die Arbeitsstelle zu weit weg ist, um sie mit dem Fahrrad zu erreichen, für den gilt: Alle Betroffenen könnten eine Station früher aus der S-Bahn oder dem Bus aussteigen oder das Auto etwas weiter weg parken – der Rest des Weges wird gelaufen. So kommen auch Fahrradmuffel zu mehr Bewegung.

Erinnerungsstützen einrichten
Sollten Sie sich trotz all der Tipps im Alltag immer noch nicht genug bewegen, könnten kleine Erinnerungsstützen helfen. Legen Sie sich in regelmäßigen Abständen Erinnerungen am PC an, die Ihnen ins Gedächtnis rufen, dass es wieder Zeit für eine kurze Bewegungspause ist.

Auch ein Schrittzähler fürs Smartphone hilft, die alltägliche Bewegung im Auge zu behalten. Wer jeden Tag 10.000 Schritte schafft, kann sich gerne mal selbst auf die Schulter klopfen.

Fordern Sie auch Ihre Kollegen zum Schritte-Duell heraus. Wer über einen bestimmten Zeitraum hinweg mehr Schritte schafft, hat gewonnen. So springt neben ausreichender Bewegung für den Gewinner sogar noch mehr heraus – wenn der Verlierer den nächsten Kaffee bezahlen muss.
 

Wenn schon Sitzen – dann richtig

Trotz aller guten Tipps bleibt ein Bürojob eines: ein Bürojob. Und den verbringt man größtenteils im Sitzen. Aber wenn Sie schon sitzen müssen, dann bitte richtig:
 
► Aufrechte Sitzposition, die ganze Sitzfläche ausnutzen
► Gerader Rücken, an der Stuhllehne angelehnt
► Wenn möglich: Rückenlehne auf beweglich stellen
► Beine im 90-Grad-Winkel auf dem Boden
► Füße auf dem Boden aufgestellt
► Tisch auf Höhe der Ellenbogen, Ober- und Unterarm sollten 90-Grad-Winkel bilden
► Computerbildschirm so positionieren, dass der Kopf leicht nach unten geneigt ist
► Immer wieder die Position leicht wechseln und zwischendrin aufstehen

 

Was zahlt die Kasse?

Wenn Ihr Rücken trotzdem keine Ruhe gibt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Bei Rückenschmerzen haben Sie Anspruch auf Leistungen Ihrer gesetzlichen Krankenkasse. Dazu zählen Arzneimittel, ärztliche Behandlungen und Heilmittel – wie etwa Krankengymnastik oder Massagen. Bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule, die bereits länger andauern, zahlt die Kasse auch für eine Akupunktur.

Außerdem bieten die Kassen einige Zusatzleistungen im Bereich der Rückengesundheit an. So bezuschussen die meisten Kassen Gesundheitskurse und Rückenschulen. Fragen Sie am besten bei Ihrer Krankenkasse nach, welche Leistungen Sie in Anspruch nehmen können.

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