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Heilmittelbericht: Heilmittel kosten 6 Milliarden Euro im Jahr

München, 15.12.2016 | 14:16 | are

Heilmittelbehandlungen werden immer häufiger verschrieben. Entsprechend gingen auch die Ausgaben nach oben: in den letzten zehn Jahren um rund 61 Prozent. Das geht aus dem Heilmittelbericht 2016 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor.
 

Kind lernt spielerischRund jeder fünfte Schulanfänger erhält eine Sprachtherapie.
Demnach haben die gesetzlichen Krankenkassen 2015 rund sechs Milliarden Euro für Heilmittel ausgegeben. Rein rechnerisch hat damit jeder gesetzlich Versicherte im letzten Jahr mehr als vier Behandlungen aus dem Heilmittelbereich erhalten. Zu diesem zählen Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und Podologie. Die Ausgaben schwanken je nach Bundesland teils beträchtlich.
 
Vor allem in der Ergotherapie gibt es laut dem Bericht des WIdO einen starken Zuwachs. In zehn Jahren ist die Zahl der Verordnungen für ergotherapeutische Maßnahmen demnach um 42 Prozent gestiegen. Der größte Leistungsbereich ist allerdings die Physiotherapie mit einem Umsatzanteil von rund 73 Prozent.
 

Immer mehr Kinder brauchen Sprachtherapien

Laut dem Heilmittelbericht haben auch die Behandlungen im Bereich der Logopädie in den letzten Jahren stark zugenommen. So ist die Zahl der Verordnungen seit 2005 um 25 Prozent gestiegen.
 
Vor allem sechsjährige Kinder sind davon betroffen: jedes fünfte in dieser Altersgruppe erhielt im letzten Jahr eine Sprachtherapie. „Das kann als Hinweis verstanden werden, dass viele Kinder heute unter schwierigen sozialen und gesundheitlichen Bedingungen aufwachsen und offensichtlich Expertenhilfe benötigen, um die anstehenden schulischen Herausforderungen meistern zu können“, sagte Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO.
 
Für den Bericht hat das Institut über 37 Millionen Heilmittelrezepte aus dem Jahr 2015 analysiert.

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