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Barmer Arzneimittelreport: Jeder Vierte ab 65 erhält ungeeignetes Medikament

München, 5.7.2018 | 12:32 | mst

Viele Patienten nehmen mehrere Medikamente gleichzeitig ein. Der Hausarzt weiß dabei nicht immer, was andere Fachärzte verschreiben. Die Barmer warnt vor den Gefahren.

Älterer Mann hält mehrere Tabletten in der Hand.Wenn ein Patient mehrere Medikamente gleichzeitig nimmt, drohen unbeabsichtigte Wechselwirkungen.
Die Barmer warnt vor vermeidbaren Risiken bei der Einnahme von Medikamenten. Das geht aus dem aktuellen Arzneimittelreport der Krankenkasse hervor. Demnach hat im Jahr 2016 jeder fünfte Bundesbürger fünf oder mehr Arzneimittel eingenommen.
 
Gleichzeitig erhielt jeder vierte Versicherte der Barmer ab 65 Jahren ein Arzneimittel, das laut Experten nicht für diese Altersgruppe geeignet sei. Die Krankenkasse führt als Beispiel das Medikament Methotrexat an, das bei der Krebs- und Rheumatherapie eingesetzt wird. Mehr als 1.400 Barmer-Versicherte erhielten das Mittel, obwohl sie es wegen einer stark eingeschränkten Nierenfunktion nicht einnehmen dürften.
 

Ärzte behalten ohne Hilfe kaum den Überblick

Die Krankenkasse nimmt die Ärzte allerdings in Schutz. Angesichts der zahlreichen Varianten bei der Arzneimitteltherapie sei es für die Mediziner ohne Hilfe kaum möglich, den Überblick zu bewahren. „Im Versorgungsalltag ist es für Ärzte oft ausgesprochen schwierig, über alle Arzneimittelverordnungen einer Patientin oder eines Patienten Bescheid zu wissen“, schreibt der Studienautor Daniel Grandt, Chefarzt am Klinikum Saarbrücken. Kein Arzt könne die Risiken aller Arzneimittelkombinationen ohne Hilfsmittel korrekt einschätzen.
 
Die Barmer hat daher mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe ein Projekt ins Leben gerufen. Dabei erhalten Hausärzte die Angaben zu allen Arzneimitteln, die einem Versicherten verordnet werden. Gleichzeitig werden potenziell vermeidbare Risiken angezeigt. Das Projekt soll später einmal in die Regelversorgung für alle Versicherten übernommen werden.
 

Jeder Versicherte erhält Arzneimittel im Wert von 640 Euro

Die Barmer hat zudem ermittelt, dass die Arzneimittelausgaben pro Versichertem im Jahr 2017 um vier Prozent gestiegen sind. Im Vorjahr betrug der Anstieg laut Angaben der Kasse 5,2 Prozent. Der Kostenanstieg ist dabei zu rund 85 Prozent auf höhere Kosten zurückzuführen, nur zu 15 Prozent auf einen Zuwachs bei den Verordnungen.
 
Im Schnitt zahlte die Barmer für die Arzneimittel jedes Versicherten 640 Euro. Die Ausgaben für Frauen lagen mit 661 Euro etwas höher als bei den Männern (612 Euro). Insgesamt gab die Krankenkasse im Jahr 2017 4,84 Milliarden Euro für Fertigarzneimittel aus, im Vorjahr lag der Wert noch bei 4,72 Milliarden Euro.

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