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Balkonkraftwerk anmelden

08.12.2023

Immer mehr Menschen entdecken die Vorteile von Balkonkraftwerken. Damit Sie Ihre┬ákleine Solaranlage f├╝r den Balkon problemlos und legal in Betrieb nehmen k├Ânnen, f├╝hren wir Sie Schritt f├╝r Schritt durch den Anmeldeprozess. Erfahren Sie, warum die Registrierung wichtig ist, welche gesetzlichen Vorschriften beachtet werden m├╝ssen und wie Sie Ihren Balkon zum kleinen Kraftwerk machen k├Ânnen.

Kann man das Balkonkraftwerk selbst installieren?

Ja, Sie k├Ânnen Ihr Balkonkraftwerk selbst installieren, sofern es eine Leistung von bis zu 600 Watt hat (und alle technischen Anforderungen f├╝r den Anschluss erf├╝llt sind). Es erfordert lediglich grundlegende technische F├Ąhigkeiten. Alternativ k├Ânnen Sie nat├╝rlich auch einen Techniker hinzuziehen, wenn Sie sich dabei eher unsicher f├╝hlen. Ab dem 1. Januar 2024 ist es zudem gestattet, Balkonkraftwerke mit einer Leistung von bis zu 800 Watt eigenst├Ąndig zu installieren.

 

Kann man das Balkonkraftwerk selbst anmelden?

Auch die Anmeldung k├Ânnen Sie selbst ├╝bernehmen. Die gesetzlich vorgeschriebene Anmeldung eines Balkonkraftwerks ist notwendig. F├╝r den Betrieb einer eigenen Mini-PV-Anlage m├╝ssen Sie sich bei Ihrem Netzbetreiber anmelden und Ihre Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur (MaStR) registrieren lassen. Beide Schritte k├Ânnen Sie eigenst├Ąndig und ohne externe Hilfe durchf├╝hren.

Warum muss man ein Balkonkraftwerk anmelden?

Die Anmeldung eines Balkonkraftwerks ist gesetzlich erforderlich, um die Stabilit├Ąt des Stromnetzes zu gew├Ąhrleisten, den eingespeisten Strom zu kontrollieren, genaue Daten f├╝r die Netzplanung zu erhalten und gesetzliche Vorschriften zu erf├╝llen. In einigen Regionen erm├Âglicht die Anmeldung auch die Teilnahme an F├Ârderprogrammen und Anreizen.

Zus├Ątzlich ist die Anmeldung┬ánotwendig, da ├Ąltere Ferraris-Z├Ąhler nicht f├╝r die Einspeisung von Strom ausgelegt sind. Bei Einspeisung ins ├Âffentliche Netz w├╝rden diese Z├Ąhler r├╝ckw├Ąrts laufen, was in Deutschland verboten ist. Daher geht mit der Anmeldung beim Netzbetreiber oft auch der Austausch des Stromz├Ąhlers einher.

Die Anmeldepflicht entf├Ąllt lediglich bei Insellage, das hei├čt, wenn die Anlage in keiner Weise mit dem ├Âffentlichen Netz verbunden ist. Andernfalls wird es als Ordnungswidrigkeit betrachtet, eine Anlage nicht anzumelden, und die Bundesnetzagentur kann ein Bu├čgeld verh├Ąngen.

Anmeldung beim Netzbetreiber

Nachdem Sie ihr Balkonkraftwerk selbstst├Ąndig oder durch die Hilfe einer Elektrofachkraft installiert haben, m├╝ssen Sie ihre Mini-Solaranlage zun├Ąchst bei Ihrem Netzbetreiber anmelden.┬áDies k├Ânnen Sie gem├Ą├č der Netzanschlussnorm VDE-AR-N 4105 eigenst├Ąndig erledigen. Falls Sie bei der Installation eine Elektrofachkraft beauftragt haben, kann diese die Anmeldung┬áebenfalls f├╝r Sie ├╝bernehmen. Die Anmeldung ist in beiden F├Ąllen kostenlos. Beachten Sie bei der eigenst├Ąndigen Anmeldung jedoch, dass der Stromnetzbetreiber nicht mit Ihrem Stromanbieter identisch ist.

 

Wie finde ich meinen Stromnetzbetreiber?

Sie k├Ânnen Ihren Netzbetreiber auf verschiedenen Wegen ermitteln:

  • Die Angabe des Netzbetreibers ist h├Ąufig auf dem Stromz├Ąhler oder der Stromrechnung zu finden. Alternativ k├Ânnen Sie auf Ihrer Stromrechnung nach einer 13-stelligen Nummer suchen und diese online in der Liste des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ├╝berpr├╝fen.
  • Kontaktieren Sie Ihren Stromanbieter telefonisch und erkundigen Sie sich dort nach dem zust├Ąndigen Netzbetreiber.
  • Nutzen Sie die St├Ârungsauskunft, um Ihren Netzbetreiber durch eine Abfrage zu identifizieren.

 

Wo finde ich das Anmeldeformular f├╝r den Netzbetreiber?

Normalerweise bieten Netzbetreiber das erforderliche Formular auf ihren Websites an. Alternativ sind entsprechende Musterschreiben oft auch auf den Webseiten der Hersteller der Balkonkraftwerke verf├╝gbar. Die Anmeldung bei der Netzbetreibergesellschaft sollte vor der Inbetriebnahme des Balkonkraftwerks erfolgen. Bei Balkon-Solaranlagen mit einer Leistung von ├╝ber 600 Watt obliegt die Registrierung beim Netzbetreiber einem Fachbetrieb.

 

Welche Unterlagen ben├Âtige ich f├╝r die Anmeldung?

F├╝r die Anmeldung werden in der Regel folgende Unterlagen ben├Âtigt:

  • Musterbrief oder Formular im vereinfachten Anmeldeverfahren
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung des Wechselrichters
  • Konformit├Ątserkl├Ąrung nach VDE-AR-N-4105 f├╝r den Wechselrichter (NA-Schutz)

Registrierung im Marktstammdatenregister

Nachdem Sie Ihren Netzbetreiber benachrichtigt haben, erfolgt die Registrierung Ihrer Anlage innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur (MaStR). Hierf├╝r verwenden Sie unkompliziert den Online-Service der Bundesnetzagentur.

Registrieren Sie sich zuerst ├╝ber das Service-Portal. W├Ąhrend des Anmeldevorgangs geben Sie folgende Informationen zu Ihrer Person und Ihrer Anlage ein:

  • Standortdaten
  • Kontaktinformationen
  • Technische Anlagendaten
  • Gegebenenfalls Unternehmensform

 

Falls es zu ├änderungen an Ihrer PV-Anlage kommt, k├Ânnen Sie Ihren Eintrag jederzeit aktualisieren. Sofern┬ádie Anlage zu einem sp├Ąteren Zeitpunkt abgebaut wird, ist es au├čerdem notwendig, sie aus dem Register zu entfernen.

Wichtig: Gleiche Daten angeben

Marie Gottschall, Energieexpertin

Marie Gottschall
Energieexpertin bei CHECK24
┬á Beim Anmelden Ihrer Solar-Balkonanlage ist es wichtig sicherzustellen, dass Sie in beiden Anmeldungen dieselben technischen Daten angeben, wie beispielsweise Leistung oder Datum der Inbetriebnahme. Die zust├Ąndigen Stellen beider Registrierungen gleichen diese Informationen sp├Ąter miteinander ab.

 

Was bedeutet das f├╝r Ihren Stromvertrag?

Die Installation eines Balkonkraftwerks kann Auswirkungen auf Ihren Stromvertrag haben. Hier sind einige Punkte, die Sie in Betracht ziehen sollten:

  1. Verbrauch und Abrechnung: Wenn Sie den erzeugten Strom f├╝r Ihren eigenen Verbrauch nutzen, sollten Sie pr├╝fen, ob sich dies auf die Abrechnung Ihres Stromvertrags auswirkt.
  2. Netzanschluss: Stellen Sie sicher, dass Ihr bestehender Stromvertrag mit den Anforderungen des Netzbetreibers und den gesetzlichen Vorschriften f├╝r die Einspeisung von Strom in das ├Âffentliche Netz ├╝bereinstimmt.
  3. Vertragsanpassungen: Die meisten unserer Stromversorger akzeptieren┬ádie Integration eines Balkonkraftwerks. Es empfiehlt sich trotzdem, mit Ihrem Stromanbieter in Kontakt zu treten und abzukl├Ąren, ob Anpassungen an Ihrem aktuellen Vertrag erforderlich sind. Falls Sie noch einen neuen Stromanbieter suchen, nutzen Sie einfach unseren CHECK24 Stromvergleich,┬áund schlie├čen Sie einen Vertrag ab, der optimal Ihren Bed├╝rfnissen entspricht.

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Fazit

Die Anmeldung eines Balkonkraftwerks ist unkomplizierter, als es auf den ersten Blick erscheinen mag, und beansprucht in der Regel nur wenige Minuten Ihrer Zeit. Zus├Ątzlich haben Sie die M├Âglichkeit, sowohl die Installation als auch die Anmeldung eigenst├Ąndig vorzunehmen, ohne dabei weitere Kosten zu generieren oder auf die Hilfe eines Fachmanns angewiesen zu sein. Auch auf Ihren Stromvertrag hat ein Balkonkraftwerk in den meisten F├Ąllen keinen Einfluss.┬áAuf diese Weise steht einer reibungslosen Integration Ihrer Solaranlage auf dem Balkon nichts mehr im Wege, und Sie k├Ânnen problemlos und z├╝gig von Ihrem selbst erzeugten ├ľkostrom profitieren.

H├Ąufige Fragen zu Balkonkraftwerken

Was gilt f├╝r Balkonkraftwerke ├╝ber 600 Watt?

Bislang gelten Balkonkraftwerke nur als Mini-PV-Anlagen, wenn die Leistung des Wechselrichters 600 Watt nicht ├╝berschreitet. Bei ├ťberschreitung dieses Werts ist eine vereinfachte Anmeldung nicht mehr m├Âglich. Stattdessen muss das Balkonkraftwerk als regul├Ąre Solaranlage angemeldet werden, wobei die Selbstinstallation nicht gestattet ist. Zudem unterliegen gr├Â├čere Anlagen anderen steuerrechtlichen Vorgaben. Ab dem Jahr 2024 wird die Leistung der Balkonkraftwerke jedoch auf 800 Watt erh├Âht, um Haushalte mit einer gesteigerten Bereitschaft zur Nutzung von Solarstrom zu unterst├╝tzen und ihnen gleichzeitig den Zugang zu einem vereinfachten Anmeldeverfahren zu erm├Âglichen.

D├╝rfen sich Mieter*innen ein Balkonkraftwerk anschaffen?

Ja, Mieter*innen k├Ânnen grunds├Ątzlich ein Balkonkraftwerk installieren, ben├Âtigen jedoch die Zustimmung des Vermieters. In den meisten F├Ąllen sollte der Vermieter die Genehmigung erteilen, es sei denn, es gibt Ausnahmen wie Denkmalschutz. Die Installation darf das Geb├Ąude nicht besch├Ądigen oder andere Mieter beeintr├Ąchtigen. Vermieter k├Ânnen auch eine fachgerechte Ausf├╝hrung verlangen, und bei baulichen Ver├Ąnderungen ist aktuell noch eine Erlaubnis erforderlich.

Ist ein 800 Watt Balkonkraftwerk erlaubt?

Ja, auch Balkonkraftwerke ├╝ber 600 Watt sind erlaubt. Diese z├Ąhlen aber schon als Photovoltaik-Anlagen und sind bei der Installierung und Anmeldung mit mehr Aufwand verbunden. W├Ąhrend f├╝r die 600 Watt Balkonkraftwerke, welche einfach mit dem Schuko-Stecker ans Hausnetz angeschlossen werden k├Ânnen, kein explizites Fachwissen ben├Âtigt wird, ist f├╝r die 800 Watt Balkonkraftwerke eine Installation durch einen Fachbetrieb Pflicht. Auch die Anmeldung eines 800-Watt-Balkonkraftwerks erfordert mehr Informationen und ist daher aufwendiger. Ab 2024 werden diese Anforderungen jedoch reduziert, was den Aufwand f├╝r den Betrieb verringert.

Wie lange dauert das Anmelden eines Balkonkraftwerks?

Die Registrierung beim Netzbetreiber dauert in der Regel nur etwa 5 bis 10 Minuten. Danach erfolgt die Eintragung des Balkonkraftwerks im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, was etwa weitere 15 Minuten in Anspruch nimmt. Die gesamte Anmeldung sollte somit in wenigen Minuten erledigt sein.


Energieexpertin Marie Gottschall
Marie Gottschall
CHECK24 Energieexpertin
Letzte Änderung am 08.12.2023
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