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Naturgefahren-Statistik: Aschau ist Deutschlands Starkregenhochburg

München, 22.6.2018 | 15:22 | kro

In Aschau im Chiemgau gibt es deutschlandweit den meisten Starkregen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Regentropfen auf PfützeIn Aschau gibt es deutschlandweit den meisten Starkregen.
Demnach gab es in der bayerischen Gemeinde seit der Einführung der flächendeckenden Wetterradarmessung im Jahr 2001 insgesamt 115 Stunden Starkregen. Platz 2 und 3 belegen mit Berchtesgarden (102,2 Stunden) und Ruhpolding (101,7 Stunden) ebenfalls Gebiete im Freistaat.

Aufgrund seiner topographischen Lage ereignen sich in Bayern besonders oft schwere Unwetter. "Die Nordränder der Mittelgebirge und das Alpenvorland zählen grundsätzlich zu den gefährdetsten Gebieten in Deutschland", erläutert DWD-Klimaexperte Andreas Becker. Das Gleiche gelte für die Westhänge der Mittelgebirge.

Das außerhalb Bayerns am stärksten von Starkregen betroffene Postleitzahlgebiet ist mit 71 Stunden Berlin-Halensee. "Starkregen kann jeden treffen", so Becker. Insbesondere die schweren Unwetter seien deutschlandweit in etwa gleich wahrscheinlich. Bundesweit gab es seit 2001 insgesamt 43 Fälle, in denen Meteorologen von Jahrhundertstarkregen sprachen – zuletzt im vergangenen Jahr im Umland von Berlin.

Versicherungsschutz noch lückenhaft

Der GDV weist darauf hin, dass der Versicherungsschutz gegen Starkregen und andere Naturgewalten in Deutschland noch lückenhaft ist. So seien erst 41 Prozent der Häuser in der Bundesrepublik versichert. Dabei sei der Abschluss einer Elementarversicherung als Zusatzbaustein zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung für fast alle Gebäude in Deutschland möglich, sagte Oliver Hauner, Experte für Sachversicherungen beim GDV.

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