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Unwetterschäden machen Wohngebäudeversicherern zu schaffen

München, 12.12.2013 | 14:22 | mtr

Aufgrund heftiger Unwetterschäden, rechnen Experten im Bereich der Wohngebäudeversicherung für das Jahr 2013 mit Verlusten von bis zu zwei Milliarden Euro. Dies berichtet das Handelsblatt Online. Laut Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), sind die Wohngebäudeversicherer aber dennoch in der Lage, die Kosten für Schäden ihrer Kunden zu schultern – selbst dann, wenn extreme Naturkatastrophen künftig noch häufiger auftreten. Verbraucherschutzverbände weisen jedoch darauf hin, dass viele Versicherer die Prämien erhöhen, um die Ertragslage zu verbessern.

Hausdachschaden durch umgestürzten BaumDie Verluste der Gebäudeversicherer für das Jahr 2013 betragen schätzungsweise zwei Milliarden Euro.
Rund fünf Milliarden Euro jährlich nehmen die Wohngebäudeversicherer derzeit allein durch die Beiträge ihrer Kunden ein. Das Jahrhunderthochwasser im Juni, die Hagelstürme im Juli und August und das Sturmtief Xaver, kosten die Versicherer in diesem Jahr bereits etwa 4,9 Milliarden Euro. Durch den Klimawandel verursachte Extremwetterereignisse droht die Kluft zwischen den Einnahmen und Ausgaben in den nächsten Jahren weiter zu wachsen. Diese Gefahr erhöht sich zusätzlich durch einen massiven Renovierungsstau bei alten und schadensanfälligen Gebäuden.  Um diesem Risiko zu begegnen, suchen die Gebäudeversicherer nach neuen Wegen bei der Schadensregulierung.

Peter Philipp, stellvertretender Vorsitzender der Kommission Sach-Schaden beim GDV, verweist auf positive Erfahrungen bei der Schadensregulierung durch eine vertragliche Handwerkerbindung. Hierdurch hätten sich beispielsweise die Regulierungskosten für Hagelschäden in bestimmten Fällen halbiert. Und auch die Versicherungskammer Bayern denkt derzeit über eine Werkstattbindung für Sachversicherungsangebote nach. Als Vorbild dient hier die Kaskoversicherung im Kfz-Bereich: Kunden können sich einen Prämienrabatt von bis zu 20 Prozent sichern, wenn sie eine Werkstattbindung akzeptieren.

Durch die Handwerkerbindung können die Gesellschaften bei Handwerker und Dienstleistern als Großkunden auftreten und so Preisnachlässe aushandeln, die sowohl den Versicherern als auch ihren Kunden zugutekommen. Das Marktforschungsinstitut Yougov hat eine Untersuchung zur Werkstattbindung durchgeführt und einen weiteren positiven Effekt festgestellt: Kunden müssten sich durch diese Vertragsoption um nichts kümmern und keine Reparaturkosten vorstrecken. Oliver Gaedeke, Vorstand bei Yougov, fordert deshalb die Versicherer dazu auf, dieses Modell der Schadensregulierung zu forcieren.

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