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PKV: Mehr Versicherte in die private Krankenversicherung gewechselt

München, 22.1.2021 | 14:37 | mst

In den letzten drei Jahren sind mehr Menschen von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung gewechselt als umgekehrt. Die Zahl der privaten Krankenvollversicherungen stagniert indes.
 

Sprechstundenhilfe überreicht Patientin die GesundheitskartePatientin beim Arzt: mehr Menschen sind im letzten Jahr von der GKV zur PKV gewechselt als umgekehrt.
In der privaten Krankenversicherung ist die Zahl der Zusatz- und Krankenvollversicherungen um 2,4 Prozent auf insgesamt 27,3 Millionen Verträge angewachsen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Verbands der Privaten Krankenversicherung hervor.
 
Nach Angaben des Verbands sind 2020 das dritte Mal in Folge mehr Menschen von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die private (PKV) gewechselt als umgekehrt. Im letzten Jahr ergab sich so ein Plus von 21.400 Versicherten für die PKV (2019: 17.400).
 
Dass in den letzten Jahren jährlich fast 300.000 Menschen zwischen GKV und PKV gewechselt sind, ist für den Verband ein Beleg für einen funktionierenden Wettbewerb.

Zahl der Vollversicherungen fast unverändert

Betrachtet man nur die Zahl der Menschen mit einer privaten Krankenvollversicherung, ergibt sich allerdings ein leichtes Minus: die Zahl der Vollversicherten sank um 0,1 Prozent und blieb mit insgesamt 8,7 Millionen im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.
 
Privatversicherte sorgen mit Alterungsrückstellungen für höhere Ausgaben im Alter vor. Die Höhe sämtlicher Alterungsrückstellungen in der PKV belief sich im letzten Jahr auf 287 Milliarden Euro (plus 4,9 Prozent).
 
Die Beitragseinnahmen in der Kranken- und Pflegeversicherung stiegen 2020 auf 42,6 Milliarden Euro an (plus 3,8 Prozent). 38,4 Milliarden (plus 1,5 Prozent) davon fielen bei der Krankenversicherung an, 4,2 Milliarden Euro (plus 31,2 Prozent) bei der privaten Pflegeversicherung.

Pflegereformen führen zu höheren Kosten

Die hohe Steigerung bei den Pflegekosten von fast einem Drittel begründet der PKV-Verband mit den gesetzlichen Reformen, die zu 25 Prozent mehr Leistungsempfängern geführt hätten.

Auf dem Vormarsch sind zudem weiter betriebliche Krankenversicherungen, die Unternehmen für ihre Mitarbeiter abschließen. Die Zahl der Unternehmen, die solche Verträge für private Zusatzleistungen anbieten, ist um 29 Prozent auf 13.500 gestiegen. Damit profitierten Ende 2020 insgesamt 1,04 Millionen Beschäftigte (plus 18 Prozent) von diesem Angebot.

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