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Umfrage zur Pflege: Fast zwei Drittel fühlen sich für Pflegefall nicht abgesichert

München, 2.7.2019 | 11:41 | mst

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Viele Deutsche fühlen sich für den Pflegefall nicht gut abgesichert. Nur ein Drittel sorgt allerdings tatsächlich vor – und davon die meisten mit ungeeigneten Mitteln.
 

Enkeltochter küsst OmaEnkeltochter mit Oma: Für den Pflegefall fühlen sich viele Deutsche nicht ausreichend abgesichert.
Fast zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) fühlen sich für den Fall einer Pflegebedürftigkeit nicht gut abgesichert. Lediglich ein Drittel (36 Prozent) fühlt sich hierbei sicher. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Versicherungskammer Bayern (VKB).
 
Gleichzeitig sind fast alle (92 Prozent) davon überzeugt, dass man für die Absicherung des Pflegerisikos privat vorsorgen müsse.
 
Trotzdem sorgt nur ein Drittel (34 Prozent) tatsächlich für den Pflegefall vor – und dies laut der VKB häufig mit ungeeigneten Instrumenten. So sorgen 31 Prozent mit Immobilien vor, 36 Prozent mit Bargeldreserven und 44 Prozent mit klassischen Altersvorsorgeprodukten.
 
Viele dieser Instrumente seien jedoch für die Absicherung von Pflegerisiken nicht oder nur bedingt geeignet, warnt die Versicherung. Müsse etwa eine Immobilie verkauft werden, um die Pflegekosten zu decken, verliere der Partner in der Regel sein vertrautes Umfeld. Bargeldreserven hingegen seien im Pflegefall rasch aufgebraucht.

Bei einer stationären Pflege fallen oft über 1.000 Euro pro Monat an

Zudem würden viele den Eigenanteil bei der Pflege unterschätzen. Dabei fallen im Pflegefall häufig hohe Kosten an, wie die VKB betont. So liege der Eigenanteil bei einer ambulanten Pflege bereits bei einigen Hundert Euro im Monat. Bei einer stationären Pflege im Heim würden oft über 1.000 Euro monatlich fällig.
 
Zwar gaben 85 Prozent der Befragten an, mit einer Zusatzversicherung vorzusorgen. Allerdings wurden hier alle Arten von Zusatzversicherungen abgefragt – etwa auch Versicherungen für den Fall einer Berufsunfähigkeit. Zudem vermutet die VKB, dass viele die Pflegepflichtversicherung mit einer privaten Pflegezusatzversicherung verwechseln. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gebe es nämlich bundesweit insgesamt nur knapp vier Millionen solcher Verträge.
 
Nur eine private Pflegezusatzversicherung sichere Pflegerisiken wirklich ab, erklärte die Versicherung. Wichtig sei daher eine Sensibilisierung und Aufklärung der Menschen zum Thema Pflege.
 
Für die Studie hatte das Marktforschungsunternehmen Toluna rund 1.000 Bundesbürger online befragt.

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