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Pflegeversicherung: Verbraucherzentralen fordern Steuerzuschuss zur Pflegeversicherung

München, 23.1.2019 | 11:35 | msc

Mehr als drei Viertel aller Deutschen fühlen sich durch ihre Pflegeversicherung nicht ausreichend abgesichert. Dies ergab eine Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Die Verbraucherzentralen fordern deshalb eine steuerliche Bezuschussung der Pflegeversicherung.

Arzt mit TaschenrechnerPflege sollte stärker als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen werden.
Bereits heute müssen Pflegebedürftige etwa die Hälfte ihrer Pflegekosten selbst bezahlen, da diese nicht von der Pflegeversicherung abgedeckt werden. Etwa 77 Prozent aller Deutschen fühlen sich deshalb im Pflegefall nicht ausreichend finanziell abgesichert – bei einer Umfrage im Jahr 2017 lag dieser Wert noch bei 53 Prozent. Dies belegt eine repräsentative Umfrage des vzbv mit über 1.000 Teilnehmern.
 
Etwa 90 Prozent der Befragten fordern daher einen steuerfinanzierten Zuschuss zur Pflegeversicherung. „Ähnlich wie die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung braucht auch die soziale Pflegeversicherung eine Bezuschussung aus Steuergeldern“, sagte vzbv-Vorstand Klaus Müller. Eine alleinige Beitragserhöhung zur Deckung der steigenden Pflegekosten reiche hierfür nicht aus. Stattdessen müsse Pflege künftig stärker als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen werden.
 

Stärkere Entlastungen für Pflegebedürftige

Neben der Finanzierungsgrundlage müsse auch der Leistungsumfang der Pflegeversicherung schrittweise angepasst werden. „Der Pflegefall darf nicht länger zur Kostenfalle werden“, sagte Müller. So sollten Pflegebedürftige künftig stärker entlastet und die Pflegebeiträge und Personalkosten dynamisch angepasst werden.
 
Aktuell sind in Deutschland mehr als drei Millionen Menschen pflegebedürftig. Aufgrund der steigenden Pflegekosten sind immer mehr Menschen auf zusätzliche Sozialhilfeleistungen angewiesen. Von 1989 bis 2016 hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen, die Sozialhilfe beziehen, um mehr als die Hälfte auf 440.000 erhöht.
 

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