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Pflegeversicherung: Pflegebeitrag wird ab 2025 weiter steigen

München, 16.1.2019 | 14:40 | msc

Seit dem 1. Januar 2019 gilt in Deutschland ein Pflegebeitrag von 3,05 Prozent. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wird der Beitrag allerdings bis 2045 auf 4,25 Prozent ansteigen. Grund dafür sind die zunehmende Zahl der Pflegebedürftigen und der Mangel an Pflegekräften.

Geldscheine auf OrdnerLaut einer Studie steigt der Pflegebeitrag bis 2045 auf 4,25 Prozent an.
Der aktuelle Beitragssatz zur Pflegeversicherung wird in etwa sechs Jahren wieder erhöht werden. Dies prognostiziert das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. So wird der Pflegebeitrag zwischen 2025 und 2045 auf 4,25 Prozent ansteigen. Als Ursache nennen die Forscher vor allem den Anstieg der Pflegebedürftigen auf etwa fünf Millionen Menschen.
 
„Nach der erneuten Anhebung des Beitrags zur Pflegeversicherung mit Beginn des Jahres 2019 könnte der Eindruck entstehen, die Versorgung in diesem Bereich sei nun dauerhaft sichergestellt. Unsere Berechnungen zeigen aber, dass das auf längere Sicht nicht der Fall ist“, sagte der Leiter der Studie Stefan Etgeton von der Bertelsmann-Stiftung.
 

Zahl der pflegenden Angehörigen sinkt

Zu der steigenden Zahl der Pflegebedürftigen kommt laut der Studie hinzu, dass künftig immer weniger Menschen durch Angehörige gepflegt werden. Dies sei vor allem der demografischen Entwicklung geschuldet, da in Deutschland weniger Kinder geboren werden und die Wahrscheinlichkeit des dauerhaften Zusammenlebens von Paaren sinke. Bis 2045 werden daher rund 28 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen in Heimen leben.
 
Der Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung war zum Jahreswechsel auf 3,05 Prozent für Versicherte mit Kindern sowie 3,3 Prozent für Kinderlose gestiegen. Der Pflegebeitrag wird je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber gezahlt – den Zuschlag für Kinderlose müssen Versicherte alleine aufbringen.

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