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Pflegereport: DAK-Gesundheit will Eigenanteil für Pflegebedürftige deckeln

München, 16.10.2019 | 17:20 | mst

Die Krankenkasse DAK-Gesundheit will die Pflegeversicherung reformieren: Der Eigenanteil für Pflegebedürftige soll gedeckelt werden. Finanziert werden soll dies durch Steuerzuschüsse in Milliardenhöhe.
 

Senioren sitzen in einem deutschen Pflegeheim.Senioren im Heim: Die Kosten für einen Heimplatz sind hoch.
25 Jahre nach Einführung der Pflegeversicherung fordert die DAK-Gesundheit eine grundlegende Reform. Die Kasse hat in ihrem Pflegereport 2019 ein Finanzierungskonzept vorgestellt, das die Pflegebedürftigen entlasten soll.
 
Nach dem Konzept sollen die Eigenanteile der Versicherten bis zum Jahr 2045 gedeckelt werden. Die Kosten sollen gerecht zwischen Beitragszahlern, Steuerzahlern und Pflegebedürftigen verteilt werden. Laut Berechnungen der Kasse soll der durchschnittliche Eigenanteil zunächst bundesweit bei 450 Euro monatlich liegen. Danach soll er regelmäßig an die steigenden Gehälter angepasst werden.
 
Ohne eine Reform würde es für die Pflegebedürftigen hingegen doppelt bis dreifach so teuer werden wie heute, prognostiziert die DAK. Derzeit liegt der Eigenanteil für die Versorgung im Heim bundesweit bei durchschnittlich 662 Euro. Hinzu kommen die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie die Investitionskosten der Einrichtung.

Steuerzuschuss soll 2045 ein Viertel der Kosten decken

Nach den Plänen der Kasse sollte der Bund ab dem Jahr 2021 einen Steuerzuschuss von anfangs einer Milliarde Euro zahlen. Dieser soll dann bis zum Jahr 2045 ein Viertel der gesamten Pflegekosten abdecken – nach derzeitigem Stand wären dies rund 18,3 Milliarden Euro.
 
Die Krankenkasse sieht für ihren Reformvorschlag Rückhalt in der Bevölkerung. Nach einer von ihr durchgeführten Umfrage befürchten 80 Prozent der Bundesbürger, bei einer Pflege im Heim sämtliche Ersparnisse zu verlieren. 40 Prozent sehen eine sehr starke Belastung durch die Pflegekosten. Fast die Hälfte rechnet zudem mit deutlich steigenden Pflegebeiträgen in der Zukunft. Dreiviertel sprechen sich daher für Reformen aus, um die Eigenanteile für die Pflege im Heim zu begrenzen.
 
58 Prozent sind der Meinung, dass die Mehrkosten aus Steuermitteln finanziert werden sollten. Fast jeder Zweite kann sich sogar eine Pflege-Vollversicherung vorstellen.

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