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Pflege-TÜV: Bessere Bewertung von Pflegeheimen ab 2020

München, 22.11.2018 | 13:36 | msc

Ein neues Beurteilungs-System von Pflegeheimen soll ab dem Jahr 2020 zu realistischeren Bewertungen führen. Das kündigte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung an.

Senior mit Enkel vor ComputerAb 2020 soll der neue Pflege-TÜV zu einer realistischeren Bewertung von Pflegeheimen führen.
Die Bewertung von Pflegeheimen soll ab 2020 zu glaubwürdigeren und realistischeren Ergebnissen führen. Das verkündete Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbands, am Mittwoch. Hierzu sollen Heimprüfungen stärker als bisher den tatsächlichen Zustand der Bewohner berücksichtigen. Zudem sind striktere Maßstäbe in der Heimbewertung und eine regelmäßige Erfassung von wichtigen Qualitätskriterien durch die Krankenkassen geplant.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte laut einem Artikel des Handelsblatts zu dem Vorhaben: „Ein Pflege-TÜV, bei dem fast jedes Heim Traumnoten bekommt, bringt nichts."

Hintergrund der Maßnahmen ist ein Gutachten, das Wissenschaftler im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums erstellt haben. Darauf basierend soll nun ein neues Prüfsystem entwickelt und ab Herbst 2019 umgesetzt werden. Ziel ist eine realistischere Bewertung von Pflegeheimen, die in der Vergangenheit am Widerstand der Heimbetreiber gescheitert war.

Pflegeheim-Note fast immer „sehr gut“

Aktuell reichen die Noten im Schnitt bis zu 1,1 und 1,4. Schlechte Ergebnisse in der Pflegebewertung können bislang durch gute Ergebnisse in anderen Bereichen ausgeglichen werden.

„Mit dem neuen Pflege-TÜV sollen Pflegebedürftige und Angehörige realistisch beurteilen können, welches Heim das beste für sie ist“, sagte Spahn laut dem Handelsblatt. Zudem müsse unnötige Bürokratie vermieden werden. Das sei man den Pflegekräften schuldig.

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