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Pflege in Deutschland: Pflegenotstand bei "Hart aber fair" ausgerufen

München, 10.10.2017 | 18:12 | mst

In der ARD-Sendung „Hart aber fair“ diskutierte Moderator Frank Plasberg am Montag über den Pflegealltag in Deutschland. Praktiker und Betroffene forderten, die Pflege hierzulande müsse besser entlohnt werden.
 

Screenshot ARD-Sendung Die Gäste der Sendung diskutierten über die Pflege. Bild: Screenshot von "Hart aber fair", ARD.
Der Krankenpfleger-Auszubildende Alexander Jorde konnte nicht nachvollziehen, warum Angela Merkel die Pflege erst seit Ende des Wahlkampfs zur Chefsache erklärt hatte. Die Bundesregierung hätte schon viel früher handeln müssen. Jorde war bekannt geworden, als er im Wahlkampf in einer ARD-Sendung die Politik Merkels kritisiert hatte.
 
Der Bundesvorsitzende des Verbands Deutscher Alten- und Behindertenhilfe, Stephan Baumann, beklagte, dass die Pflege in Deutschland über keine ausreichende Lobby verfüge. Man habe hierzulande einen beginnenden Pflegenotstand, der sich zu einer Katastrophe entwickeln werde. Die Pflegesituation habe sich in den letzten 20 Jahren nicht verbessert.
 

Samuel Koch: Die Deutschen kümmern sich eher um ihre Autos

Der Schauspieler Samuel Koch, seit einem Unfall bei „Wetten, dass…?“ querschnittsgelähmt, erzählte, dass er während der Rehabilitation zuerst in der Schweiz gepflegt wurde. Hier sei das Verhältnis von Pflegekräften zu Patienten besser als in Deutschland. Aber selbst dort habe er Pfleger erlebt, die überlastet gewesen wären. Zum Glück konnte sich seine Familie um ihn kümmern, sagte Koch.
 
Grundsätzlich müsse die Pflege besser entlohnt werden, forderte er. Arbeit am Menschen müsse besser bezahlt werden als Arbeit an Maschinen. Gleichzeitig kümmerten sich seiner Ansicht nach die Deutschen mehr um ihre Autos als um ihre Gesundheit. Das Auto sei vollkaskoversichert, auf die Gesundheit achteten die Deutschen hingegen nicht so viel, meinte Koch.
 
Er schlug vor, einen Freiwilligendienst für die Pflege einzuführen.
 
Auch TV-Moderatorin Andrea Kaiser berichtete von Erfahrungen mit überfordertem Pflegepersonal. Ihr dementer Vater habe zwei Tage lang kein eingesetztes Gebiss gehabt.

Der Gesundheitsökonom am Institut der deutschen Wirtschaft, Jochen Pimpertz, forderte mehr private Vorsorge. Allerdings zeigte sich: im Publikum hatte kein einziger Gast eine private Pflegeversicherung abgeschlossen.
 
Die ehemalige Altenpflegerin und frisch gewählte Bundestagsabgeordnete Claudia Moll (SPD) berichtete, dass ein Pfleger während der Nachtschicht oft mehr als 50 Pflegebedürftige überwachen müsse. Trotzdem hob sie die positiven Seiten des Pflegeberufs hervor. Ungeachtet der widrigen Umstände gebe man als Pfleger immer 200 Prozent.
 

Gesetzliche Regelungen verschärfen den Pflegenotstand

In der Sendung zeigte sich, dass gesetzliche Regelungen den Pflegenotstand noch verschärfen. So fehlten bundesweit rund 15.000 Pfleger, gleichzeitig seien 29.000 potenzielle Pflegekräfte – oft Quereinsteiger oder Personen mit verkürzter Ausbildung – arbeitslos. Das liege daran, dass jede zweite Arbeitskraft ein examinierter Pfleger sein müsse. Diese Auflage erschwere die Arbeit der Heime, meinte Baumann, der selbst Pflegeeinrichtungen betreibt.
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