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Tag der Zahngesundheit 2019: Warum manche Kinder stark unter Karies leiden

München, 24.9.2019 | 08:00 | mst

Viele Kinder und Jugendliche haben gesunde Zähne. Es gibt jedoch eine Gruppe von Kindern, die recht stark von Karies betroffen ist. Zum Tag der Zahngesundheit am 25.09. haben wir die Vorsitzende des Bundesverbands der Kinderzahnärzte Johanna Kant gefragt, woran das liegt – und worauf Eltern bei der Zahnpflege ihrer Kinder achten sollten.
 

Johanna Kant, Vorsitzende des BuKiZ, Quelle: BuKiZdrs. Johanna Kant, Vorsitzende des Bundesverbands der Kinderzahnärzte.

CHECK24: Laut aktuellen Zahlen haben knapp 80 Prozent der 12-Jährigen ein gesundes Gebiss. Rund 20 Prozent haben jedoch vergleichsweise viele Karieserkrankungen. Welche Kinder sind davon betroffen?

Johanna Kant: Die sogenannte „Risikogruppe“ zeichnet sich bereits im Kleinkindalter ab. Auch bei den sehr kleinen Kindern gibt es schon eine vergleichsweise kleine Gruppe von zirka 15 Prozent, die viel Karies hat. Die häufigsten Ursachen sind mangelnde Zahnpflege und eine zu hohe Anzahl von „süßen Momenten“ in der Ernährung.

Das müssen nicht nur Süßigkeiten sein. Denn auch kleine süße oder gesüßte Mahlzeiten wie Trockenobst, Säfte, Saftschorlen oder Kinderjoghurts, die Eltern ihren Kindern häufig geben, gefährden die Zähne.
 
Hinzu kommt, dass die Feinmotorik erst im Alter von etwa acht Jahren so weit entwickelt ist, dass Kinder selbstständig ihre Zähne putzen können. Bis dahin stehen die Eltern noch stärker in der Pflicht.

Wenn Kinder bis dahin nicht bereits gelernt haben, wie sie ihre Zähne genau putzen sollen, oder die Motivation zum Zähneputzen nicht gegeben ist, treten bei den 12-Jährigen häufig weitere Karieserkrankungen auf. In dem Alter nimmt der Einfluss der Eltern oftmals ab.

CHECK24: Nutzen die Eltern der betroffenen Kinder die Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt nicht?

Johanna Kant: Doch, viele Eltern kommen regelmäßig mit ihren Kindern in die Praxen. Dort wird im Rahmen der Individualprophylaxe nicht nur eine Untersuchung durchgeführt. Es wird genau gezeigt und geübt, wie die Mundhygiene optimiert werden kann. Außerdem wird ein Fluoridlack zur Stärkung des Zahnschmelzes aufgetragen.
 
CHECK24: Wird hier aktuell schon genug getan? Was könnte man aus Ihrer Sicht noch verbessern?
 
Johanna Kant: Es ist toll, dass seit dem 1. Juli 2019 noch weitere Maßnahmen angeboten werden können. Bereits nach Durchbruch des ersten Zahns können Eltern sich in speziellen Kinder- oder normalen Zahnarztpraxen beraten lassen, wie sie schon sehr früh die Weichen für gesunde Kinderzähne setzen können.
 
Bei allen Angeboten gilt: Wir Zahnärzte können nur informieren, motivieren und begleiten. Die Umsetzung erfolgt zu Hause. Nur dort kann dafür gesorgt werden, dass das Gebiss kariesfrei bleibt.
 
CHECK24: Worauf sollten Eltern von Kleinkindern bei der Zahnpflege denn besonders achten?
 
Johanna Kant:  Es ist nicht ausschlaggebend, wie lange die Zähnchen geputzt werden. Aber – sauber sollten sie werden. Und das, ohne dass dabei Schmerzen auftreten. Es ist sehr hilfreich, wenn Eltern sich in der Zahnarztpraxis zeigen lassen, wie sie die Zähne ihres Kindes so putzen, dass zum Beispiel das Lippenbändchen dabei geschont wird.
 
Und: Seit Mitte des Jahres wurden bereits einige Kinderzahnpasten an die neuen Fluoridierungsempfehlungen angepasst. Zahnärzte raten zur Verwendung einer Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid.
 
CHECK24: Wie bereiten Eltern den ersten Besuch ihres Kindes beim Zahnarzt am besten vor?
 
Johanna Kant: Indem sie ihr Kind einfach neugierig auf den kommenden Besuch machen. In vielen Praxen wird der erste Zahnarztbesuch sehr spielerisch gestaltet. Das Kind darf mit einem Zahnspiegelchen das mitgebrachte Stofftier oder die mitgebrachte Puppe untersuchen, bevor es selber stolz die Zähne zeigt.
 
Bei sehr kleinen Kindern vor dem ersten Geburtstag ist es gut, wenn der Zahnarztbesuch vor und nicht nach dem nächsten Impftermin liegt. Die ganz Kleinen schaffen es noch nicht, die unterschiedlichen Professionen zu trennen. Manchmal gibt es deshalb große Zurückhaltung.
 
CHECK24: Wie oft pro Jahr sollten Kinder zur Vorsorgeuntersuchung? Wie oft Jugendliche?
 
Johanna Kant: Die Vorsorgeuntersuchung für Kinder und Jugendliche mit einem geringen Kariesrisiko sollte halbjährlich zusammen mit der Prophylaxe erfolgen. Kinder und Jugendliche mit einem hohen Kariesrisiko sollten besser häufiger zum Zahnarzt gehen. Auch bei festen Zahnspangen kann es sinnvoll sein, die Frequenz der Prophylaxetermine zur erhöhen.
 
drs. Johanna Kant ist praktizierende Kinderzahnärztin aus Oldenburg und Vorsitzende des Bundesverbands der Kinderzahnärzte (BuKiZ).
 

Tipp: Was Sie bei der Zahnpflege Ihrer kleinen Kinder beachten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Zahnpflege bei Kleinkindern“.

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