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Telematik in der Kfz-Versicherung

Telematik im StraßenverkehrDas Wort Telematik setzt sich aus "Telekommunikation" und "Informatik" zusammen. Mithilfe der Technik werden elektronische Fahrzeuginformationen gesammelt und per Mobilfunk an einen Empfänger gesendet.

Besonders in der Kfz-Versicherung spielt das Thema Telematik eine immer größere Rolle. Wer sich und seinen Fahrstil überwachen lässt, kann Geld sparen. Bei sicherer Fahrweise erstatten diverse Kfz-Versicherer einen bestimmten Prozentsatz der Prämie nach Ablauf des Vertrages zurück.

Einsatzbereiche

Telematik wird in vielen Bereichen eingesetzt, unter anderem:

  • im Handel: Aktualisierung und Optimierung von Warenbeständen und Versandabläufen
  • im Transport/Flottenmanagement: effiziente Steuerung und Auslastung von Fuhrparks
  • in der Verkehrsplanung: Lenkung und Überwachung des Verkehrs
  • in der Medizin: Vernetzung von Ärzten, Kliniken, Apotheken und Krankenversicherern (elektronische Gesundheitskarte)
  • in Banken/im Geldverkehr: bargeldloses Bezahlen
  • in der Bildung: E-Learning

Telematik ist auch für die Kfz-Versicherer in Deutschland interessant. Die Gesellschaften berechnen ihre Versicherungsrisiken anhand zahlreicher personenbezogener, fahrzeugbezogener und versicherungstechnischer Faktoren. Durch den Einsatz von Telematik im Fahrzeug kann die Berechnung weiter differenziert werden.

Funktionsweise

Funktionsweise Telematik in der Kfz-VersicherungDie technischen Voraussetzungen für Telematiktarife gibt es bereits. Angeboten wird entweder eine fest installierte Blackbox im Fahrzeug oder eine Telematik-App fürs Mobiltelefon:

Telematikbox

Eine Telematikbox in der Größe einer Zigarettenschachtel mit SIM-Karte wird fest im Fahrzeug – zum Beispiel im Motorraum – verbaut. Das Bauteil greift während der Fahrt auf relevante Steuergeräte zu, speichert deren Daten und leitet sie per Funk an einen definierten Adressaten weiter.

Telematik-App

Der Kunde installiert eine Telematik-App des Kfz-Versicherers auf seinem Mobiltelefon. Das Smartphone wird per Adapter mit dem Wagen verbunden - etwa über den Zigarettenanzünder - und greift so auf die benötigten Fahrzeugdaten zu.

Die gewonnenen Fahrzeugdaten werden per Mobilfunk automatisch an einen Dienstleister gesendet, aufbereitet und dem Versicherungskunden sowie dem Versicherer zur Verfügung gestellt.

Die Kfz-Versicherung enthält in der Regel einen aus den Daten errechneten, sogenannten Score-Wert.

Beispiel:

  • 100 Punkte zeigen eine sehr risikoarme Fahrweise mit geringem Schadensrisiko.
  • Liegt der Punktewert deutlich darunter, spricht dies für eine risikoreiche Fahrweise mit hohem Schadensrisiko.

Abhängig vom Punktestand berechnet die Autoversicherung den Beitrag. Der Versicherte kann im persönlichen Bereich der Versichererwebseite oder per App beispielsweise seine gefahrenen Strecken einsehen oder erhält durch die Auswertung Informationen, wie er seinen Fahrstil optimieren kann.

Telematik in der Kfz-Versicherung

Erste Feldversuche mit Telematiktarifen unternahmen Kfz-Versicherer in Großbritannien in den 90er Jahren. Etabliert hat sich die Technik vor allem in den USA. Daneben gibt es auch in diesen Ländern Telematik in der Kfz-Versicherung:

  • Vereinigtes Königreich
  • Irland
  • Österreich
  • Italien
  • Rumänien
  • Bulgarien
  • Schweiz
  • Niederlande
  • Belgien

Auf dem deutschen Kfz-Versicherungsmarkt wird „Pay as you drive“ (PAYD) erst allmählich zum Thema. Kfz-Versicherungsmarken, die Telematiktarife anbieten oder einführen möchten, sind:

  • Sparkassen DirektVersicherung (begrenzt auf 1.000 Teilnehmer, beendet)
  • Axa ("Drive Check": Fahrzeughalter bis 25 Jahre / Rabatt: maximal 15 Prozent der Prämie / Telematik-App)
  • Sijox ("AppDrive": Fahrzeughalter bis 30 Jahre / Rabatt: 15 Prozent als Bonus pauschal, 40 Prozent der Prämie maximal / Telematik-Dongle plus Smartphone-App)
  • Itzehoer (in der Pilotphase)
  • VHV ("Telematik Garant": alle Fahrer / Rabatt: maximal 30 Prozent der Prämie / Telematik-Stecker für Zigarettenanzünder als Leihgabe)
  • HUK-Coburg
  • Allianz ("BonusDrive": Fahrer bis einschließlich 28 / Rabatt: 10 Prozent Bonus pauschal plus maximal 30 Prozent der Prämie / Bluetooth-Stecker plus Smartphone-App)
  • Mercedes Benz Bank ("Pay how you drive": alle Fahrer / maximal 20 Prozent der Prämie / Telematik-Einheit ist fest im Mercedes verbaut, Nachrüstung nicht möglich)

Der Großteil der Kfz-Versicherer hält sich aus unterschiedlichen Gründen mit Angeboten noch zurück:

  • Bedenken beim Datenschutz
  • mangelnde Planungssicherheit bei der Prämienhöhe
  • nur für kleine Zielgruppe (Fahranfänger und Besitzer teurer Fahrzeuge) lohnenswert
  • zusätzliches Sparpotenzial gering
  • hohe Kosten
  • kaum Spielraum für weitere Prämienreduzierung

In der Bevölkerung ist Telematik noch relativ unbekannt. Zudem sehen Datenschützer die massenhafte Übertragung und Verwertung sensibler Fahrzeug- und Nutzerdaten kritisch. Gefordert werden unter anderem:

  • ein bewusster Umgang des Verbrauchers mit seinen Daten
  • eine Mitbestimmung des Verbrauchers bei der Datenweitergabe
  • Datentransparenz seitens der Unternehmen
  • eine sichere Datenverschlüsselung
  • eine Beschränkung der Datenerfassung auf das Notwendigste

Vor- und Nachteile

Das Verfahren Telematik hat für Versicherte wie Versicherer sowohl Vorteile als auch Nachteile.

Vorteile

  • weniger Unfälle/Schäden (bis zu 30 Prozent)
  • Ortung von Fahrzeugen (nach Diebstahl)
  • Rabatte bei gutem Scorewert
  • geringe Storno- und Wechselquoten der Versicherten
  • (Selbst)-Kontrolle des eigenen Fahrfahrhaltens
  • schnelle Hilfe bei Unfall (eCall)

Nachteile

  • zusätzliche Kosten für Versicherer und Kunden
  • Datenschutz (Übermittlung/Speicherung/Weitergabe)
  • permanente Überwachung des Fahrverhaltens
  • Fehleranfälligkeit des Systems
  • herkömmliche Tarife werden teurer
  • Sinn der Kfz-Versicherung als Solidargemeinschaft geht verloren

Telematik und eCall

Auftrieb könnte die Telematik-Diskussion durch eCall bekommen. Europaweit wird das automatische Notrufsystem ab 2015 schrittweise in allen Neuwagen integriert sein.

Durch eCall werden künftig alle Autos mit den technischen Voraussetzungen versehen sein, die für Kfz-Versicherungsmodelle nach dem Vorbild von PAYD notwendig sind.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.