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eCall - Das automatische Notrufsystem fürs Auto

Ab dem 1. April 2018 werden EU-Neufahrzeuge mit einem automatischen Notrufsystem, genannt eCall (Abkürzung für emergency call), ausgerüstet.

Hintergründe zu eCall

Durch eCall sollen Helfer schneller als bisher am Unfallort eintreffen - und dadurch innerhalb der Europäischen Union deutlich weniger Personen im Straßenverkehr getötet und verletzt werden.

Ideen für flächendeckende automatische Notrufsysteme gab es bereits zuvor. Bisherige Versuche wie das 1982 von der Bundesanstalt für Straßenwesen getestete Auto-Notruf-System und ein freiwilliger Aufbau eines Notrufsystems seitens der Industrie bis 2009 scheiterten jedoch.

Deshalb legte die EU-Kommission am 13. Juni 2013 einen Vorschlag zur Einführung und Ausgestaltung eines Notrufsystems vor. Am 4. Dezember 2014 einigten sich die EU-Kommission, das EU-Parlament und der EU-Ministerrat auf den Einführungsstichtag 1. April 2018.

Ausnahmen

Bereits in Deutschland zugelassene Autos müssen nicht nachgerüstet werden. Die Ausnahmeregelungen sollen auch für Oldtimer sowie importierte „Liebhaberfahrzeuge“ wie die kultigen „Cabs“ aus England gelten.

Funktionsweise von eCall

Das automatische Notrufsystem für Pkw - eCall

Bei einem schweren Unfall setzt das elektronische Sicherheitssystem selbstständig einen Notruf mit wichtigen Informationen für den Rettungseinsatz an eine nationale Rettungsleitstelle ab. Das System eCall soll in der gesamten Europäischen Union sowie auf Island, in Norwegen und der Schweiz etabliert werden.

Zu den übermittelten Informationen gehören:

  • Unfallzeitpunkt
  • Position des Fahrzeugs
  • Fahrtrichtung
  • Fahrzeug-ID
  • Anzahl der Insassen

Außerdem wird eine Sprachverbindung zwischen Leitstelle und Wagen aufgebaut. Die Mitarbeiter der Notrufstelle veranlassen daraufhin weitere Hilfsmaßnahmen.

Manueller Notknopf

Optional soll es auch eine manuelle Auslösefunktion des Notrufs durch eine Taste geben. Das kann wichtig sein, damit zum Beispiel andere Verkehrsteilnehmer einen beobachteten Unfall schnellstmöglich melden können.

Für eCall ist die europaweite Notrufnummer 112 vorgesehen. Die Positionsdaten werden mit Hilfe des Satellitennavigationssystems GNSS (Global Navigation Satellite System) ermittelt.

Wesentliche Aspekte von eCall müssen allerdings noch festgelegt werden. Dazu zählen:

  • die Finanzierung des Systems
  • ein Vorschriften-Katalog für die exakte technische Implementierung
  • die vorrangige und kostenlose Weiterleitung der Notrufe durch die Mobilfunkbetreiber
  • Aspekte wie das Roaming für verunglückte Reisende im Ausland
  • der Betrieb des Systems inklusive dem Aufbau der nationalen Leitstellen

Technik von eCall

Um eCall zu realisieren, muss ein Fahrzeug mit den folgenden technischen Komponenten ausgerüstet sein:

  • GPS-Empfänger – ermöglicht genaue Ortung des Fahrzeugs
  • GMS-Antenne zum Senden des Notrufs
  • Sensoren, die einen schweren Unfall erkennen
  • Steuergerät – sendet nach einem Unfall via Mobilfunk die notwendigen Daten an die Leitstelle
  • Mikrofon und Lautsprecher zur Kontaktaufnahme der Leitstelle mit den Insassen
  • Taste zum manuellen Auslösen des Notrufs (optional)
  • Notstromversorgung – falls durch den Unfall die Fahrzeugbatterie oder die Leitung dorthin defekt ist

Auch die Leitstellen brauchen eine entsprechende Ausstattung in Form einer Datenbank mit Rettungskarten für alle gebräuchlichen Fahrzeuge. Damit können Retter die Einsatzmaßnahmen individuell durchführen.

Zusatzkosten

Die Mehrkosten für eCall sollen pro Auto unter 100 Euro betragen.

Kritik an eCall – Thema Datenschutz

Kritik am eCall-System kommt von Datenschützern. Die Bedenken: Die Notruftechnik ebne den Weg für eine EU-weite Überwachungsinfrastruktur.

Zudem sei es technisch möglich, dass etwa Autohersteller oder Kfz-Versicherer die Blackbox im Auto nutzen könnten, um darauf aufbauend kommerzielle Zusatzdienste anzubieten (beispielsweise Pay as you drive-Telematiktarife).

Denn die strengen Datenschutzbestimmungen der europäischen Gesetzgeber erstrecken sich lediglich auf das automatische Alarmsystem. Weitere Telematiksysteme beziehungsweise darauf aufbauende kommerzielle Zusatzdienste sind davon unberührt.

So hat beispielsweise der Versichererverband Insurance Europe sein Interesse an einem Zugriff der Versicherungswirtschaft auf eCall-Daten bekundet.

Aus diesem Grund fordert etwa der Automobilclub ADAC, dass

  • die Bestimmungen der deutschen und europäischen Datenschutzgesetze unbedingt einzuhalten sind
  • das eCall-System Positionsdaten nur im Notfall (nach einem Unfall) senden darf
  • übermittelte Daten ausschließlich für Rettungszwecke erhoben und weder an Dritte weitergegeben noch für andere Zwecke genutzt werden dürfen
  • der Autofahrer beim Autokauf ausdrücklich der Datenübermittlung per eCall zustimmen sollte

Notruf-Lösungen der Automobilhersteller

Einige Automobilhersteller haben bereits eigene Notruf-Systeme für ihre Fahrzeuge im Angebot. Dazu gehören:

  • Mercedes – seit Juni 2012 gegen Aufpreis im Multimedia-System „Comand Online“ integriert
  • Volvo – seit 2001 im System „OnCall“ integriert
  • BMW – Notruf in „Connected Drive“ eingebunden
  • Ford – Notruffunktion ist Bestandteil des Kommunikationssystems „Sync“
  • Peugeot – Notruf in Verbindung mit „Connect SOS“
  • Citroen – erhältlich als „Citroen Notruf“
  • General Motors – seit 1996 ist die Technik als „OnStar“ erhältlich

Oft sind mit den Systemen weitere Services möglich, beispielsweise

  • Öffnen der Fahrzeugtüren per Fernzugriff auf die Bordelektronik
  • Abruf weiterer Fahrzeugdaten wie Flüssigkeitsstände (Öl, Bremsflüssigkeit, Kühlwasser)
  • Pannennotruf
  • Abschalten des Motors via Fernzugriff (bei Fahrzeugdiebstahl)

Allerdings gehören diese Lösungen bisher in aller Regel zur kostenpflichtigen Zusatzausstattung oder sind serienmäßig lediglich in Autos der Oberklasse verbaut. Zudem basieren sie nicht auf einem gemeinsamen Standard, der Service ist folglich nicht unbedingt in allen EU-Staaten verfügbar.

Notfall-Systeme sind kaum verbreitet

Bisher ist EU-weit weniger als ein Prozent der Fahrzeuge mit einem entsprechenden Notfall-System der Autobauer ausgestattet.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche kann die Richtigkeit und Aktualität der Angaben nicht garantiert werden.