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Zusatzbeitrag: Große Kassen wollen Beitrag nicht erhöhen

München, 5.7.2017 | 11:11 | mst

Die Krankenkassen profitieren weiter von der guten Lage am Arbeitsmarkt. Die großen Kassen wollen ihren Zusatzbeitrag 2018 daher stabil halten, warnen aber dennoch vor steigenden Kosten.
 

Ärzte im OP führen Endoskopie durchDie Kassen beklagen hohe Ausgaben - unter anderem bei den Kliniken.
Die großen Krankenkassen wollen den Zusatzbeitrag im kommenden Jahr stabil halten. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Mittwoch. Nach einer Umfrage bei ausgewählten Kassen plant keine der Krankenkassen, den Zusatzbeitrag zu erhöhen.

Der AOK-Chef Martin Litsch geht laut FAZ davon aus, dass der Zusatzbeitrag mit durchschnittlich 1,1 Prozent stabil bleibe.
 
Die Vorsitzende des Verbands der Ersatzkassen (vdek), Ulrike Elsner, erwartet, dass sich der durchschnittliche Zusatzbeitrag um weniger als die prognostizierten 0,2 Prozentpunkte erhöhen werde. Allerdings wisse man das erst im Oktober mit Sicherheit. Die Barmer will den Beitrag im Jahr 2018 stabil halten.
 
Auch Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK), sagte der FAZ, es zeichne sich im nächsten Jahr eine weitgehende Beitragsstabilität ab. Allerdings gleiche lediglich die außergewöhnliche Konjunkturlage die ungebremsten Kostensteigerungen bei Kliniken, Medikamenten und Ärzten aus.
 

Finanzreserve in Höhe von 17 Milliarden Euro

Die gesetzlichen Krankenkassen haben derzeit eine Finanzreserve von knapp 17 Milliarden Euro. Im ersten Quartal haben die Kassen einen Überschuss von rund 612 Millionen Euro erzielt.
 
Allerdings hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) den Kassen im Wahljahr einen extra Zuschuss in Höhe von 1,5 Milliarden Euro aus dem Gesundheitsfonds gewährt, um den Beitragssatz stabil zu halten. Einige Kassen hatten dieses Jahr trotzdem ihren Zusatzbeitrag erhöht – unter anderem die Kaufmännische Krankenkasse (KKH), die Metzinger BKK und die AOK Plus in Thüringen und Sachsen.

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