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Zusatzbeitrag für 2018: Uneinigkeit bei der Höhe der Kassenbeiträge

München, 13.10.2017 | 11:44 | are

Der Schätzerkreis der gesetzlichen Krankenversicherung hat am Donnerstag die Höhe des Zusatzbeitrags der Krankenkassen für 2018 geschätzt. Laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und Bundesversicherungsamt (BVA) könnte der durchschnittliche Zusatzbeitrag um 0,1 Prozentpunkte sinken. Der GKV-Spitzenverband ist anderer Meinung.

Ein Arzt tippt auf einem Taschenrechner.2018 können Versicherte auf eine Senkung der Krankenkassenbeiträge hoffen.
Betrachtet man die Schätzergebnisse von BMG und BVA, würde sich eine Senkung des durchschnittlichen GKV-Zusatzbeitrags um 0,1 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent für 2018 ergeben. Nach den Schätzungen des GKV-Spitzenverbands müsste der Zusatzbeitrag dagegen bei 1,1 Prozent konstant bleiben.

BMG und BVA gehen für 2017 von Gesamtausgaben der Krankenkassen in Höhe von 226,4 Milliarden Euro aus. Der GKV-Spitzenverband schätzt sie auf 227,2 Milliarden Euro. Auch an den Ausgaben für 2018 scheiden sich die Geister. Der GKV-Spitzenverband rechnet mit 1,1 Milliarden Euro mehr als Gesundheitsministerium und Bundesversicherungsamt.
 

Kritik am Ergebnis lässt nicht lange auf sich warten

Der GKV-Spitzenverband äußerte Kritik am Ergebnis von BMG und BVA. Demnach wäre es richtig, den Stabilisierungsprozess der vergangenen Jahre fortzusetzen, statt den Zusatzbeitrag abzusenken. Die Rücklagen der Krankenkassen würden insgesamt unter einer Monatsausgabe liegen und wären zudem ungleich verteilt, sagte Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands.

Noch deutlichere Worte fanden die Kassen selbst. Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbands kritisierte, dass den Versicherten finanzielle Spielräume zur Beitragssenkung vorgegaukelt würden, die in der Praxis bei den meisten Kassen nicht vorhanden seien. Stattdessen würden viele Kassen wegen steigender Arzneimittelpreise und Krankenhausausausgaben vor Beitragsanhebungen stehen.

Auch die Innungskrankenkassen (IKK) halten eine Absenkung des Beitragssatzes für den falschen Weg. Statt Kontinuität und Versorgungswettbewerb zu fördern, werde weiterhin der Preiswettbewerb befeuert, sagte der Geschäftsführer des IKK e.V. Jürgen Hohnl.
 

Gesundheitsministerium hat das letzte Wort

Letztendlich legt das Gesundheitsministerium den durchschnittlichen Zusatzbeitrag fest. Am 1. November wird der Wert offiziell bekanntgegeben.

Den Zusatzbeitrag müssen alle gesetzlich Versicherten zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent bezahlen. Der Arbeitgeber beteiligt sich nicht daran. Er wird von jeder Kasse je nach Wirtschaftslage individuell erhoben.

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