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Medikationsfehler: Hunderttausende Krankenhausbehandlungen sind vermeidbar

München, 27.2.2018 | 12:26 | mst

Hierzulande müssen jährlich rund eine Viertelmillion Menschen wegen Medikationsfehlern im Krankenhaus behandelt werden. Die elektronische Gesundheitskarte soll künftig dabei helfen, dies zu verhindern.
 

Ärztin hält drei Tabletten in der HandWer mindestens drei Medikamente gleichzeitig einnimmt, hat Anspruch auf einen Medikationsplan.
In Deutschland gehen jedes Jahr rund 250.000 Krankenhauseinweisungen auf vermeidbare Medikationsfehler zurück. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor.
 
Demnach verursachen unerwünschte Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln laut Studien rund fünf Prozent aller Einweisungen. Welche Gesundheitsschäden und Kosten durch Medikationsfehler entstehen, ist der Bundesregierung allerdings nicht bekannt.
 
Damit möglichst keine Komplikationen auftreten, haben Patienten Anspruch auf einen Medikationsplan, sofern sie mindestens drei Medikamente gleichzeitig einnehmen. Im ersten Halbjahr 2017 wurden für knapp 75.000 gesetzlich Versicherte solche Medikationspläne erstellt.
 

Medikationsplan soll künftig digital gespeichert werden

Nach den Plänen des Gesundheitsministeriums sollen die Medikationspläne künftig auch digital auf der elektronischen Gesundheitskarte abgespeichert werden. Dazu sollen bis Ende 2018 alle Arzt- und Zahnarztpraxen technisch aufgerüstet werden. Sobald die Praxen an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen sind, sollen schrittweise die Möglichkeiten der Gesundheitskarte genutzt werden – etwa das Abspeichern des Medikationsplans oder von Notfalldaten.

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