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TK-Gesundheitsreport: Männer schlucken mehr Pillen als Frauen

München, 23.8.2016 | 12:03 | mst

Erwerbstätige Männer nehmen im Schnitt an 252 Tagen im Jahr Medikamente ein. Bei Frauen ist die Einnahme etwas geringer: Ärzte verschreiben ihnen im Durchschnitt 245 Tagesdosen. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor.

Flasche mit TablettenJeder Erwerbstätige nimmt an zwei von drei Tagen im Jahr ein Medikament ein.
In Deutschland nimmt demnach jeder Erwerbstätige an zwei von drei Tagen im Jahr ein Medikament ein. Männer nehmen dabei am häufigsten Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden (45 Prozent), Stoffwechsel-Störungen (16 Prozent) und Nerven-Beschwerden (7 Prozent), hier am häufigsten Antidepressiva.
 
Bei den Frauen entfallen 25 Prozent der Verordnungen auf Herz-Kreislauf-Mittel. Es folgen Hormonpräparate (16 Prozent) und Mittel gegen Stoffwechsel-Störungen (13 Prozent).
 

TK: Männer sind nicht weniger krank als Frauen

Gudrun Ahlers, verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung der TK, sagte, dass Frauen zwar häufiger krankgeschrieben würden als Männer. „Die Arzneimitteldaten zeigen aber, dass Männer nicht weniger krank sein müssen. Sie bekommen insbesondere bei Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes deutlich mehr Medikamente verschrieben als Frauen“, sagte Ahlers.
 

Schon junge Männer nehmen Herzmittel

Gerade Zivilisationskrankheiten fallen laut der TK bei den Fehlzeiten nicht immer auf. Sie gingen aber mit einem hohen Bedarf an Medikamenten einher und würden das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte erhöhen. Auffällig sei, dass bei jungen Männern ab 30 Jahren schon ein Drittel der Medikamente gegen Herzbeschwerden eingenommen würden.
 
Für ihren Gesundheitsreport hat die gesetzliche Krankenkasse die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen von 4,6 Millionen Erwerbspersonen – einschließlich der Empfänger von Arbeitslosengeld – ausgewertet.
 

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