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Studie zur Wirksamkeit von Antidepressiva: Antidepressiva oft nicht besser als Placebos

München, 13.6.2016 | 12:53 | mst

Antidepressiva wirken oft nicht besser als Placebos. Das berichtet das ZEIT-Magazin in seiner aktuellen Ausgabe und verweist dabei auf Auswertungen aus den USA.
 

Mann - DepressionBei Depressionen werden oft Antidepressiva verschrieben. Dabei ist deren Wirksamkeit umstritten.
Der amerikanische Wissenschaftler Irving Kirsch hat Studien der Pharmahersteller ausgewertet, die zunächst nicht veröffentlich wurden. Demnach wirken Antidepressiva, die oft bei Depressionen verschrieben werden, häufig nicht besser als Placebo-Medikamente – etwa Tabletten aus Zucker. Nur bei Patienten mit einer sehr starken Depression konnte tatsächlich eine Wirkung nachgewiesen werden.
 

Studie bereits 2008 veröffentlicht

Kirsch hat seine Ergebnisse bereits im Jahr 2008 veröffentlicht. Bislang wurden sie in Deutschland jedoch nur von einem Fachpublikum beachtet. Laut dem Bericht des ZEIT-Magazins bestätigen auch andere Psychiater die Ergebnisse von Kirsch. Zudem sei die Theorie, dass Depressionen durch einen Mangel am Botenstoff Serotonin ausgelöst würden, wissenschaftlich nicht haltbar.
 

Depressionen werden häufiger diagnostiziert

Depressionen werden in Deutschland immer häufiger diagnostiziert. Nach dem Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse (TK) sind bei Angestellten die Fehlzeiten wegen einer Depression zwischen 2000 und 2013 um fast 70 Prozent gestiegen. Dabei verschreiben Ärzte auch häufig Antidepressiva: Rund sechs Prozent der Erwerbstätigen nehmen laut der TK solche Medikamente ein.

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