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DAK-Report: Jeder Vierte hat starkes Übergewicht

München, 8.11.2016 | 14:27 | mst

Immer mehr Menschen in Deutschland haben starkes Übergewicht. Die Krankenkasse DAK-Gesundheit fordert daher eine bessere Therapie bei Fettleibigkeit.
 

Mann mit Übergewicht und MaßbandFettleibigkeit gilt als Auslöser von mehr als 60 Begleiterkrankungen.
Laut dem DAK-Versorgungsreport Adipositas ist in Deutschland bereits jeder vierte Erwachsene zwischen 18 und 79 Jahren fettleibig – insgesamt rund 16 Millionen Menschen. Allein bei den Versicherten der DAK-Gesundheit hat sich die Zahl der Magen-OPs in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht.
 
Adipositas gilt dabei als Auslöser von mehr als 60 Begleiterkrankungen, darunter Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Depressionen.
 

Rebscher: Beim Thema Adipositas umdenken

„Wir müssen beim Thema Adipositas umdenken und das Gesundheitssystem fit für die Zukunft machen“, sagte Herbert Rebscher, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Dazu sollten alle bereits bestehenden konservativen Therapien Teil der Regelversorgung werden.
 
Die einzelnen Krankenkassen müssten zusammenarbeiten, um Fettleibigkeit wirksam zu bekämpfen. Derzeit gebe es eine deutliche Unter- und Fehlversorgung für Übergewichtige in Deutschland.
 
Die DAK Gesundheit schlägt daher ein neues Versorgungskonzept vor. So sollen etwa alle Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 30 von einem ernährungsmedizinisch qualifizierten Arzt untersucht werden. Der Arzt sollte dann eine Ernährungstherapie des Patienten begleiten.
 
Eine wichtige Voraussetzung sei zudem, Adipositas als behandlungsbedürftige chronische Krankheit einzustufen. Hausärzte sollten bei der Therapie eine Lotsenfunktion übernehmen.
 

Weniger Fettleibige durch bessere Behandlungen

Nach zehn Jahren soll die Zahl der Adipösen durch das Konzept der Krankenkasse um zwei Millionen zurückgehen, nach zwanzig Jahren um eine weitere Million. Wird das Konzept umgesetzt, würden die Kosten für Adipositasbehandlungen zunächst auf 1,28 Milliarden Euro im Jahr ansteigen. Langfristig sollen die Ausgaben nach den Prognosen der Krankenkasse jedoch sinken. So würden für Krankenhausbehandlungen bei den 20- bis 69-Jährigen rund 1,2 Milliarden Euro weniger Kosten anfallen.

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