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Impfungen: SPD-Gesundheitsexperte für Impfpflicht bei Masern

München, 22.1.2019 | 13:08 | mst

Karl Lauterbach, der Gesundheitsexperte der SPD, spricht sich für eine gesetzliche Impfpflicht bei Masern aus. Wenige rücksichtslose Eltern würden viele Kinder gefährden. Die Kinder- und Jugendärzte unterstützen den Vorstoß des Politikers.
 

ImpfpassImpfpass: Kinder sollten unter anderem gegen die Masern geimpft werden.
Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Impfgegner scharf kritisiert hatte, spricht sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach für eine Impfpflicht bei Masern aus. Er wolle bei Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine neue Diskussion über die Notwendigkeit einer Impfpflicht werben, sagte er der „Welt“.
 
„Eine Impfpflicht für Masern würde die ständigen gefährlichen Masernausbrüche verhindern. Sie können bei Kindern zu bleibenden Gehirnschäden und Behinderung führen. Hier gefährden wenige rücksichtslose Eltern viele Kinder“, schrieb Lauterbach auf seinem Twitter-Account. Das könne nicht so bleiben.
 

Kinder- und Jugendärzte unterstützen Forderung nach Impfpflicht

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) unterstützte den Vorstoß von Lauterbach für verpflichtende Impfungen. Die Kinder- und Jugendärzte erlebten tagtäglich von den Fehlinformationen der Impfgegner stark verunsicherte Eltern, sagte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach der „Welt“. Nur mit einer gesetzlichen Impfpflicht sei das Ziel zu erreichen, die Masern bis 2020 in Deutschland dauerhaft auszurotten.
 
Die WHO hatte Impfgegner als eine der zehn größten Bedrohungen für die globale Gesundheit beschrieben. Die Fälle von Masern sind nach Angaben der Organisation weltweit zuletzt wieder um rund 30 Prozent gestiegen. Eine steigende Impfverweigerung – vor allem in den Industrieländern – sei mit dafür verantwortlich.

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