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GKV-Zusatzbeiträge: Keine Entwarnung trotz Plus der Kassen

München, 29.8.2016 | 15:34 | are

Die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden trotz aktuellem Überschuss von 600 Millionen Euro weiter steigen: Vorerst jedoch nicht so stark wie befürchtet. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK Christoph Straub laut Medienberichten.

Patientin-Arzt-GesprächGesetzlich Versicherte müssen sich auf höhere Zusatzbeiträge einstellen.
Die gesetzlichen Krankenkassen haben Ende Juni einen Überschuss von 600 Millionen Euro verbucht. Das hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Freitag berichtet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein deutliches Plus: Damals wiesen die Kassen laut FAZ ein Minus von 491 Millionen Euro auf.
 
Für den größten Teil des Überschusses (316 Millionen Euro) sind laut FAZ die Ersatzkassen verantwortlich. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) erzielten demnach 125 Millionen Euro.
 
Ein Grund für die gute Finanzlage sind unter anderem die zu Jahresbeginn erhöhten Zusatzbeiträge. Diese liegen derzeit bei durchschnittlich 1,1 Prozent und müssen vom Arbeitnehmer komplett selbst bezahlt werden. Den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils zur Hälfte.
 

Schätzungen moderat nach unten korrigiert

Trotz der guten finanziellen Situation der Kassen werden die Zusatzbeiträge voraussichtlich weiter steigen. Laut Barmer-Chef Straub habe die gesetzliche Krankenversicherung die Schätzungen für den Anstieg der Zusatzbeiträge im kommenden Jahr jedoch moderat nach unten korrigiert.
 
Von Entwarnung könne aber keine Rede sein. Allein im kommenden Jahr sei mit einem deutlichen Ausgabenschub in Höhe von mehr als drei Milliarden Euro zu rechnen. Die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherung würden 2017 demnach um etwa 0,1 Prozentpunkte ansteigen. Bisher gingen Experten von 0,2 Prozentpunkten aus.
 
Die Debatte um eine Kostenexplosion bei den Zusatzbeiträgen war im Vorfeld von Gesundheitsökonom Jürgen Wasem befeuert worden. Dieser hatte einen Anstieg auf 2,4 Prozent bis zum Jahr 2020 prognostiziert. Der GKV-Spitzenverband war von einer Erhöhung auf 1,8 Prozent bis 2019 ausgegangen.

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