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Aktuelle Expertenprognose: Kostenexplosion der GKV-Zusatzbeiträge

München, 17.8.2016 | 11:47 | are

Gesetzlich Versicherte müssen sich in den kommenden Jahren auf noch höhere Kosten einstellen. Laut einer Prognose des Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem könnten die Zusatzbeiträge bis 2020 auf 2,4 Prozent steigen. Das hat Spiegel Online berichtet.

Arzt-StethoskopDie Zusatzbeiträge von aktuell 1,1 Prozent werden in den kommenden Jahren noch weiter steigen.
Diese Einschätzung lässt noch höhere Kosten bei den gesetzlichen Krankenkassen fürchten als bisher angenommen. Da die Gesundheitsausgaben schneller steigen als die Einkommen der Versicherten, werden sich demnach die Zusatzbeiträge in den nächsten vier Jahren mehr als verdoppeln.
 
Bereits im Juli hat der GKV-Spitzenverband Beitragserhöhungen in den kommenden Jahren angekündigt. Demnach wurde ein Anstieg auf 1,8 Prozent im Jahr 2019 prognostiziert. Die aktuelle Einschätzung Wasems übertrifft diese Prognose deutlich.
 

SPD fordert Rückkehr zur paritätischen Finanzierung

Angesichts der steigenden Kosten für die Versicherten forderte der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel die Rückkehr zur paritätischen Aufteilung der Beiträge. „Die SPD will, dass die Krankenkassenbeiträge wieder zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen werden“, sagte Gabriel der Bild-Zeitung.
 
Aktuell beträgt der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen 14,6 Prozent. Diesen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils zur Hälfte. Darüber hinaus verlangen die Kassen einen individuellen Zusatzbeitrag, für den der Arbeitnehmer allein aufkommen muss. Durchschnittlich beträgt dieser aktuell 1,1 Prozent. 

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