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Gesundheitsreformen: Ärztepräsident kritisiert Reformen von Spahn

München, 27.5.2019 | 14:57 | mst

Frank Ulrich Montgomery tritt aus Altersgründen als Präsident der Bundesärztekammer ab. Zum Abschied hat er gleich mehrere Reformen von Gesundheitsminister Jens Spahn scharf kritisiert – die Sicherheit der Patienten ist für ihn gefährdet.
 

ImpfpassImpfungen sollte nur ein Arzt vornehmen dürfen, wenn es nach Ärztepräsident Montgomery geht.
Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hat mehrere geplante Reformen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisiert. Die Reformen würden die Sicherheit der Patienten gefährden, sagte Montgomery in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
 
Montgomery sprach sich unter anderem gegen das Vorhaben aus, dass Apotheken künftig Grippe-Impfungen durchführen sollten. Impfen müsse eine ärztliche Aufgabe bleiben, da vorher der Gesundheitszustand abgeklärt werden müsse und es die Gefahr von Komplikationen gebe, sagte Montgomery.

Montgomery: Akademisierung könnte Hebammen-Mangel verstärken

Auch die geplante Reform der Hebammenausbildung nahm der oberste Chef der Ärzte ins Visier. Es müsse befürchtet werden, dass die geplante Akademisierung des Berufs den akuten Mangel an Hebammen noch verstärken werde.
 
Zudem kritisierte er die Ausbildungsreform bei den Psychotherapeuten. Absolventen der neuen Studiengänge dürften psychisch Kranke behandeln, obwohl sie kaum praktische Erfahrungen gesammelt hätten. Das sei unverantwortlich, meinte Montgomery.
 
Montgomery wird sein Amt als Präsident der Bundesärztekammer aufgeben. Beim Ärztetag diese Woche in Münster wird er aus Altersgründen nicht noch einmal kandidieren.

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