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DAK-Gesundheitsreport: 75 Prozent der Berufstätigen haben Rückenschmerzen

München, 15.3.2018 | 15:14 | are

So viele Berufstätige wie noch nie plagen Rückenschmerzen. Probleme mit dem Rücken sind mittlerweile die zweithäufigste Diagnose bei Krankschreibungen. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervor.

Eine Ärztin behandelt einen Patienten wegen Rückenschmerzen.Wer Rückenschmerzen hat, geht immer häufiger direkt ins Krankenhaus.
Demnach hatten 75 Prozent aller Erwerbstätigen 2017 mindestens einmal Rückenschmerzen. Rund jeder Vierte gab an, aktuell darunter zu leiden. Die Zahl der Betroffenen ist damit deutlich gestiegen. 2003 waren es noch 55 Prozent gewesen.

Immer mehr Patienten lassen sich wegen ihrer Rückenprobleme stationär behandeln. Seit 2007 stieg die Zahl der Krankenhausbehandlungen aufgrund von Rückenleiden um 80 Prozent. Im Jahr 2016 gab es deswegen mehr als 220.000 stationäre Aufenthalte. Fast die Hälfte davon wurde als Notfall aufgenommen.

„Das gesundheitspolitische Ziel, das Problem Rücken in den Griff zu bekommen, wurde nach den Ergebnissen unserer Studie nicht erreicht“, sagte der Vorstandschef der DAK Andreas Storm. Er forderte die Politik auf,  bestehende Angebote in den Bereichen Prävention und Versorgung auf den Prüfstand zu stellen.
 

Zweithäufigster Grund für Arbeitsunfähigkeit

Laut dem Gesundheitsreport sind Rückenschmerzen nach Atemwegsinfektionen der zweithäufigste Grund für eine Krankschreibung. Rund jeder zwanzigste Arbeitnehmer ist mindestens einmal im Jahr wegen Rückenschmerzen krankgeschrieben.

Eine solche Krankschreibung dauerte im Schnitt 12,4 Tage an. Auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet, geht die DAK-Gesundheit von insgesamt rund 35 Millionen Krankheitstagen aufgrund von Rückenleiden aus.

Meist versuchen die Betroffenen, zunächst alleine mit den Problemen zurechtzukommen. Nur rund jeder Dritte war nach eigenen Angaben letztes Jahr wegen seiner Rückenbeschwerden beim Arzt. Am häufigsten erhielten die Betroffenen daraufhin eine Physiotherapie oder Schmerzmittel verschrieben.

Für den Gesundheitsreport hat die Krankenkasse Daten von 2,5 Millionen berufstätigen Versicherten ausgewertet. Außerdem wurden 5.200 Frauen und Männer zum Thema Rücken befragt.

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