Sie sind hier:

Coronavirus: Krankenkassen wollen alle Corona-Kosten übernehmen

München, 18.3.2020 | 15:05 | mst

Die Corona-Krise stellt die gesetzlichen Krankenkassen vor große Herausforderungen. Die Bekämpfung der Epidemie wird aller Voraussicht nach viel Geld kosten. Die oberste Chefin der Krankenkassen bekräftigte jetzt, Kliniken und Ärzten in der Krise den Rücken frei zu halten.
 

Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-SpitzenverbandsDoris Pfeiffer, die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands.
Die gesetzlichen Krankenkassen werden sämtliche Gesundheitskosten übernehmen, die durch die Corona-Epidemie entstehen. Das bekräftigte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
 
„Wir wollen den vielen Menschen, die sich jetzt in vorderster Reihe um die Patienten kümmern, den Rücken frei halten“, sagte Pfeiffer. Man arbeite zusammen mit dem Gesundheitsminister, den Ärzten und Pflegern mit großem Einsatz dafür, eine Priorisierung zu vermeiden, bei der es um Leben und Tod gehe.
 
Die Krankenkassen sollen auch zusätzliche Kosten übernehmen, wenn etwa Mediziner oder Pfleger aus dem Ruhestand zurückkehren würden, um die Kliniken zu unterstützen. „Dass diese notwendigen zusätzlichen medizinischen und pflegerischen Leistungen finanziert werden, steht für uns außer Frage“, erklärte die Chefin des Kassenverbands.

Gesundheitsfonds verfügt über finanzielle Reserven

Der Gesundheitsfonds der gesetzlichen Krankenversicherung verfüge glücklicherweise über Reserven, die in der Krise dringend gebraucht würden. Man achte darauf, Kliniken und Ärzte mit der erforderlichen Liquidität zu versorgen.
 
Spätestens im Herbst werde man einen Kassensturz machen. Dann sehe man, ob man zum Beispiel über eine Erhöhung des Bundeszuschusses sprechen müsse, sagte Pfeiffer.

Weitere Nachrichten zum Thema Gesetzliche Krankenversicherung