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Barmer GEK Arzneimittelreport 2016: Barmer will mit Nachahmerpräparaten Kosten sparen

München, 14.6.2016 | 13:13 | mst

Die gesetzlichen Krankenkassen könnten durch Nachahmerpräparate in den nächsten fünf Jahren mehr als vier Milliarden Euro einsparen. Das stellt die Barmer GEK in ihrem aktuellen Arzneimittelreport fest.
 

Tabletten auf HolztischIm vergangenen Jahr gab die Barmer GEK für Arzneimittel rund 578 Euro pro Versichertem aus.
Demnach könnte allein die Barmer in den nächsten fünf Jahren eine halbe Milliarde Euro einsparen. Dazu sollten biotechnologisch hergestellte Arzneimittel (Biologika) durch Nachahmerpräparate ersetzt werden, sogenannte Biosimilars. Die Versorgungsqualität der Patienten würde darunter nicht leiden, so die Krankenkasse.
 
Ein Biosimilar ist nach Angaben der Barmer im Schnitt rund 25 Prozent günstiger als das Originalpräparat. In Kürze würden Biosimilars für umsatzstarke Originalpräparate auf den Markt drängen. „Es entsteht über die Biosimilars eine Wettbewerbssituation, in der die behandelnden Ärzte zwischen zwei oder mehreren therapeutisch gleichwertigen, aber unterschiedlich teuren Alternativen wählen können“, sagte Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK.
 

Vier Prozent der Versicherten erhalten Biologika

Laut Barmer erhalten aktuell vier Prozent ihrer Versicherten ein teures biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel. Diese Biologika würden mit 1,2 Milliarden Euro mehr als 21 Prozent der gesamten Arzneimittelkosten der Barmer ausmachen.

Barmer GEK Arzneimittelreport: Biosimilar-Quote

Ob ein Patient ein günstiges Biosimilar erhält, hängt von seinem Wohnort ab. So verordnen Ärzte in Bremen in rund 54 Prozent der Fälle ein Nachahmerpräparat. Im Saarland liegt die Quote hingegen bei lediglich 27 Prozent.
 
Insgesamt gab die Barmer im vergangenen Jahr 4,6 Milliarden Euro für Arzneimittel aus (ohne Rezepturen). Im vergangenen Jahr waren es noch 4,5 Milliarden Euro. Für jeden Versicherten gab die Kasse damit im Schnitt rund 511 Euro für Medikamente aus.


Aktualisierung:
Barmer Arzneimittelreport 2017

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