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Barmer Krankenhausreport 2019: Kliniken könnten eine Million Blutkonserven einsparen

München, 12.9.2019 | 12:37 | mst

Die Barmer hat am Donnerstag ihren aktuellen Krankenhausreport vorgestellt. Die Krankenkasse kritisiert den großzügigen Einsatz von Bluttransfusionen: Rund eine Million Blutkonserven könnten Kliniken in Deutschland pro Jahr einsparen.
 

Bluttransfusion im KrankenhausBei Operationen kommt zu viel Spenderblut zum Einsatz, kritisiert die Barmer.
Kein anderes Land benötigt so viel Spenderblut pro Kopf wie Deutschland. Das geht aus dem Barmer Krankenhausreport 2019 hervor, den die Krankenkasse am Donnerstag vorgestellt hat.
 
Demnach wurden 2017 insgesamt 3,2 Millionen Blutkonserven verwendet. Deutsche Kliniken könnten jedoch laut Barmer rund eine Million Blutkonserven im Jahr einsparen. Dazu sollten Patienten wie in den Niederlanden vor einer geplanten Operation eigene Blutreserven mithilfe eines Patient Blood Management (PBM) stärken. So sollte etwa zu diagnostischen Zwecken so wenig Blut wie möglich abgenommen und Transfusionen erst bei dringendem Bedarf vorgenommen werden.
 
„Damit werden Patientinnen und Patienten auf Operationen besser vorbereitet, unnötige Blutverluste reduziert und Transfusionen samt ihren Risiken seltener“, sagte der Barmer Vorstandsvorsitzende, Christoph Straub.
 
Wie häufig Bluttransfusionen zum Einsatz kommen, unterscheidet sich laut der Barmer zwischen den Bundesländern. So erhielten in Bayern nur 6,1 Prozent und in Baden-Württemberg 6,3 Prozent der Patienten eine Transfusion. In Mecklenburg-Vorpommern lag die Quote jedoch bei knapp acht Prozent. Insgesamt geht der Anteil von Operationen mit Bluttransfusionen seit 2009 jedoch in allen Bundesländern zurück.

Barmer-Daten zu Aufenthaltsdauer und Kosten

Im Jahr 2018 gab es 214 Krankenhausaufenthalte je 1.000 Versicherte. Seit 2014 ist diese Zahl relativ konstant. Die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus lag wie im Vorjahr bei 7,5 Tagen. Die Verweildauer bei psychischen Erkrankungen stieg dabei von 24,1 auf 24,4 Tage, bei körperlichen Beschwerden betrug sie unverändert 6,3 Tage.
 
Die durchschnittlichen Kosten für Klinikaufenthalte lagen für Männer bei 829 Euro (für körperliche Erkrankungen) sowie 94 Euro (psychische Beschwerden). Bei den Frauen betrugen die Kosten jeweils 797 Euro und 107 Euro.

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