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Tagesgeldzinsen bleiben niedrig Wie die Inflation für Sparer zum Problem wird - und was sie dagegen tun können

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Im Vergleich zum Juni hält sich die Inflation nahezu konstant. Die Zinsen für Tagesgeldkonten steigen auch weiterhin nicht. Deshalb kommen Sparer in Bedrängnis. Wir erklären, wie sie den Wertverlust ihres Ersparten eindämmen können.
Sparerindex für den Monat August.

Die Inflation geht leicht zurück, trotzdem erzielen Sparer keine positive Realrendite.

Die deutschen Sparer müssen weiterhin mit einer negativen Realrendite kämpfen. Der Wert der Sparvermögen in Deutschland nimmt wegen niedriger Zinsen in Verbindung mit der Inflation nicht mehr zu, sondern ab. Erstmals seit 2012 war die Gesamtrendite privater Haushalte mit -0,8 Prozent negativ, wie die Bundesbank in ihrem Monatsbericht August mitteilte. Das Vermögen von Sparern wird also jeden Tag weniger. Während bislang ältere renditestarke Einlagen oder auch Aktiendepots im Durchschnitt einen Wertverlust im Sparportfolio privater Haushalte verhinderten, sind Bankeinlagen wie Girokonten oder Tagesgeld seit längerem wenig rentabel. So lag die Realrendite für Tagesgeldanlagen im Monat Juli laut Sparerindex von CHECK24 bei -1,26 Prozent. Der Sparerindex von CHECK24 errechnet sich aus der Differenz von bestverzinstem Tagesgeld, das über CHECK24 abgeschlossen werden kann und im Juli 0,74 Prozent Zinsen versprach, und dem aktuellen Inflationswert von 2,0 Prozent.

Der durchschnittliche Zinssatz auf täglich fällige Einlagen wie Tagesgeld- und Girokonten lag zuletzt laut Bundesbank bei 0,02 Prozent und damit im Juli mehr als 0,7 Prozentpunkte unter dem bestverzinsten Angebot, das Sparer im Vergleich über CHECK24 abschließen konnten. Es gibt noch weitere Aspekte, die Sparer kennen sollten, um den Wertverlust einzudämmen.

Geld im Ausland sicher und renditestärker anlegen

Das bestverzinste Tagesgeld mit 0,68 Prozent, das Kunden über CHECK24 abschließen können, bietet die HSH Nordbank aus Deutschland. Auf den weiteren Plätzen liegen ausschließlich Banken aus dem europäischen Ausland. Bei der maltesischen Ferratum Bank oder der französischen Consorsbank erhalten Sparer aktuell je 0,60 Prozent und damit höhere Zinsen als bei vielen deutschen Banken. Das Ersparte ist aufgrund der europaweit vereinheitlichten Einlagensicherung auf einem Konto bis einer Höhe von 100.000 Euro pro Sparer geschützt und damit sicher.

Durch Tagesgeld bleiben Sparer flexibel

Bei Festgeldanlagen profitieren Sparer in der Regel von höheren Zinssätzen – und erreichen damit meist bessere Renditen. Allerdings kommen sie während der vereinbarten Laufzeit nicht ohne weiteres an das Geld. Im konkreten Fall kann das bedeuten, dass Sparer bei unerwarteten höheren Ausgaben das Festgeldkonto kündigen müssen – und dadurch Zinserträge verlieren. Beim Tagesgeld bleiben sie jedoch flexibel und können das Ersparte sogar einfach auf ein neues Tagesgeldkonto verschieben, falls eine andere Bank bessere Konditionen bietet. Das schließt jedoch nicht aus, dass ein bestimmter Betrag, bei dem der Sparer genau weiß, dass er ihn einige Zeit nicht benötigt, zusätzlich auf einem Festgeldkonto geparkt werden kann.

Auf Neukundenbonus achten

Von Zeit zu Zeit wollen Banken mit einem Neukundenbonus neue Kunden gewinnen. Wer die Augen offen hält, kann so zusätzlich seinen Wertverlust eindämmen – oder je nach Höhe des Bonus den Wertverlust ausgleichen.

Tipp: Wenn Sie über die aktuellen Tagesgeldzinsen auf dem neuesten Stand bleiben möchten, können Sie unseren Sparerindex abonnieren. Dazu schicken Sie einfach eine E-Mail mit Ihrem Namen an sparerindex@check24.de. Wir informieren Sie einmal im Monat über die Inflationsrate und den höchsten verfügbaren Zinssatz aus dem Tagesgeldvergleich von CHECK24. 

Die besten Tagesgeldangebote im CHECK24 Vergleich*
Bank Zins für Neu­kunden (p.a.) Zins für Bestands­kunden (p.a.) Zins­garantie Zins­gutschrift Anlage­betrag
HSH Nordbank 0,68 % 0,68 % - 2 Mal/Monat bis 100.000 €
Ferratum Bank 0,60 % 0,60 % 6 Monate jährlich bis 100.000 €
Consorsbank 0,60 % 0,01 % 6 bis 12 Monate viertel­jährlich bis 25.000 €
*Stand: August 2018

Inflation im Monat Juli

Allen voran Energieprodukte sorgten für eine vergleichsweise hohe Inflation in Deutschland. Im Juli lag die Teuerungsrate bei 2,0 Prozent, weil unter anderem leichtes Heizöl um 28,5 Prozent teurer wurde. Ohne Preistreiber wie Energie und Nahrungsmittel hätte die sogenannte Kerninflation im vergangenen Monat bei 1,4 Prozent gelegen.

Im Ferienmonat Juli mussten Verbraucher außerdem für Pauschalreisen (+ 19,3 Prozent) deutlich mehr ausgeben als im Vorjahresmonat. Speisefette und –öle wie Butter oder Olivenöl waren um 6,4 Prozent teurer als im Juli 2017. Auch Obst (+ 5,5 Prozent) sowie Molkereiprodukte und Eier (+ 4,0 Prozent) sorgten dafür, dass Kunden in der Regel mehr an der Supermarktkasse ausgeben mussten als im Juli vergangenen Jahres. Für Kindershirts, Röcke für Mädchen und Damen oder auch Laptops und Fernseher haben Verbraucher hingegen weniger gezahlt als im Vorjahresmonat.

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