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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Martin Baart von ecoligo:
Mein Herz brennt dafür den Planeten mit nachhaltigen Energielösungen zu retten

13.05.2020

Martin Baart ist Mitgründer von ecoligo und ecoligo.investments. ecoligo baut Solaranlagen in Entwicklungsländern, finanziert werden diese Projekte durch die Crowdfundingplattform ecoligo.investments. Ein Auto besitzt er keins, überzeugte aber seine Eltern davon, sich ein Elektroauto zuzulegen. Er bezieht Ökostrom und achtet auch in seinem Alltag auf einen klimafreundlichen Lifestyle. Solaranlagen hat er keine auf seinem Dach, das liegt aber nur daran, dass seine Wohnung gemietet ist. Martin war vor der Gründung von ecoligo im Februar 2016 zehn Jahre in der Solarbranche tätig. Seinen Mitgründer hat er auf einer Konferenz kennengelernt – einer Solarkonferenz natürlich – und sah diesen dann aber öfter in Ostafrika als in Berlin, wo beide wohnten. Wir haben Fragen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie entstand die Unternehmensidee?
  2. Wie funktionieren ecoligo und ecoligo.investments?
  3. Ist euer Unternehmen CO2 neutral?
  4. Wie viel CO2 konnte bereits eingespart werden?
  5. Welche Rolle spielt Klimaschutz für euer Unternehmen?
  6. Make investments. make them matter. Erkläre uns doch bitte kurz den Hintergrund zu dieser Aussage.
  7. Kann jeder bei euch ein Projekt unterstützen? Ist ecoligo auch für Privatinvestoren geeignet?
  8. Was für Projekte wurden bis jetzt von ecoligo realisiert?
  9. Nach welchen Kriterien werden neue Projekte ausgesucht?
  10. Hast Du selbst investiert?
  11. Was ist Deine Vision für die nächsten 10 Jahre?
  12. Was bedeutet Corona für ecoligo?
  13. Welche Schwierigkeiten wird die Energiebranche Deiner Meinung nach zukünftig bekommen?
Martin Baart von ecoligo über nachhaltige Energielösungen

 

CHECK24: Wie entstand die Unternehmensidee?

Martin Baart: Markus, der Mitgründer von ecoligo, und ich waren beide in der Solarbranche tätig und haben versucht in Kenia und Tansania Solarprojekte umzusetzen. Solar und Solarenergie sind zwar attraktiv, aber oft fehlt den Unternehmen vor Ort das Kapital oder die Möglichkeit einer Bankenfinanzierung. So kam die Unternehmensidee zustande, dass wir dieses Problem lösen wollten. Wir wollten eine vollständig finanzierte Solarlösung in Entwicklungs- und Schwellenländern anbieten und es Unternehmen vor Ort ermöglichen ohne eine eigene Investition Solarstrom zu beziehen. Zusätzlich haben wir festgestellt, dass viele Freunde und Bekannte nach nachhaltigen Investitionsmöglichkeiten suchten. Wir verbinden in unserer Unternehmensidee diese zwei Punkte und paaren Solarprojekte mit Crowdfunding.

CHECK24: Wie funktionieren ecoligo und ecoligo.investments?

Martin Baart: ecoligo ist in verschiedenen Ländern wie Ghana, Kenia, Tansania und Costa Rica tätig. Wir versuchen Unternehmen dort von einem gemeinsamen Solarprojekt zu überzeugen. Wenn der Vertrag unterzeichnet ist, präsentieren wir diese Projekte bei ecoligo.investments und finanzieren sie durch Crowdfunding. Rechtlich sind ecoligo und ecoligo.investments getrennte Gesellschaften. Die ecoligo GmbH ist der Projektinhaber, uns gehören die Solaranlagen. Das ist gut für die Investoren auf ecoligo.investments, denn wir haben ein Eigeninteresse, dass die Projekte gut laufen. Ist die Summe erreicht, die für den Bau benötigt wird, werden qualifizierte lokale Partner mit dem Bau der Solaranlagen beauftragt. Sobald die Anlage in Betrieb genommen wird, liefern wir Strom an unseren Kunden. Die Stromlieferverträge sind langfristig, die Laufzeit beträft 10 bis 20 Jahre. Solange bekommen wir den Solarstrom vergütet, mit den Einnahmen aus den Projekten werden die Tilgungen und Zinssätze der Crowdinvestoren bezahlt.

CHECK24: Ist euer Unternehmen CO2 neutral?

Martin Baart: Ja, auch wenn wir noch keine Zertifizierung haben. Wir haben Solarprojekte im Eigenbesitz die CO2 neutralen Strom produzieren, wir haben eine positive CO2 Bilianz. Die Zertifizierung ist uns wichtig, denn wir wollen nach außen tragen, was wir eh schon leben. Wir kompensieren Flüge über atmosfair, haben Ökostrom im Büro, unser Webhosting ist ebenso 100 Prozent mit Ökostrom betrieben. Da haben wir von Anfang an viel Wert darauf gelegt. Unser Office ist auch so papierlos wie möglich.

CHECK24: Wie viel CO2 konnte bereits eingespart werden?

Martin Baart: Die Projekte bisher sparen auf die Lebenszeit der Projekte gerechnet 107.000 Tonnen CO2. Die Zahl wächst, wir akquirieren zahlreiche neue Projekte und setzen diese um. Unser Ziel ist es, einen noch größeren Impact zu erreichen. Eine Million Tonnen CO2 war mal unser Ziel, das ist aber vielleicht nicht ambitioniert genug gewählt gewesen.

CHECK24: Welche Rolle spielt Klimaschutz für euer Unternehmen?

Martin Baart: Klimaschutz ist per se gegeben in unserer unternehmerischen Tätigkeit. Aber auch im Team sind wir alle sehr bewusst unterwegs was Klimaschutz angeht und es ist konstant ein Thema bei uns. Wir versuchen auch andere Unternehmen in ihrem unternehmerischen Denken zu überzeugen mehr auf Nachhaltigkeit zu setzen. Wir wollen das Bewusstsein weiter nach außen kommunizieren, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit vereinbar mit Wirtschaftlichkeit sind.

CHECK24: Make investments. make them matter. Erkläre uns doch bitte kurz den Hintergrund zu dieser Aussage.

Martin Baart: Viele Leute hinterfragen, was mit ihrem Geld passiert. Wir wollen das Bewusstsein dafür schaffen, dass es Möglichkeiten gibt, mit seinem Investment etwas zu bewegen. Man steht selbst in der Verantwortung, sein Kapital in nachhaltige Projekte zu lenken. Es ist sozusagen gedacht als Aufruf an alle Menschen, die in Projekte investieren wollen, die unser aller Zukunft verbessern.

CHECK24: Kann jeder bei euch ein Projekt unterstützen? Ist ecoligo auch für Privatinvestoren geeignet?

Martin Baart: Theoretisch ja, praktisch muss ein Bankkonto in Deutschland vorhanden sein. Wir fallen unter das Kleinanlegerschutzgesetz, deshalb ist das von der BaFin vorgeschrieben. Die Mindestinvestition liegt bei 100 Euro. In der Investmentbranche werden meistens 20 bis 25 Tausend Euro verlangt, das entspricht aber nicht unserem Grundgedanken. Unsere Idee ist, das wirklich jeder mitmachen kann. Auch ein Student, der sein Weihnachtsgeschenk von seiner Oma investieren möchte oder sich mit dem Geld von einem Nebenjob an einem Projekt beteiligen will. Wir haben lieber viele Leute die kleine Summen investieren, als wenige Leute, die große Summen investieren. Mit der Vermeidung von CO2 kann jeder etwas Gutes tun und wir hoffen, dass sich dieser Gedanke weiterverbreitet.

CHECK24: Was für Projekte wurden bis jetzt von ecoligo realisiert?

Martin Baart: Es wurden bereits sehr verschiedene Projekte in unterschiedlichen Ländern wie Vietnam, Kenia, Costa Rica und Ghana realisiert. Vom nachhaltigen Hotel, welches eigenes Gemüse anbaut und eine eigene Fischzucht betreibt über eine Blumenzucht in Kenia und ein Krankenhausprojekt in Ghana ist alles dabei. Schön ist, dass unsere Kunden bereits von sich aus an Nachhaltigkeit interessiert sind. Beispielsweise haben sie schon Recyclinganlangen installiert oder ein Nachhaltigkeitsprogramm mit Mitarbeiterschulungen aufgelegt. Man kämpft weniger alleine als man glaubt und die Akzeptanz ist oft größer als angenommen.

CHECK24: Nach welchen Kriterien werden neue Projekte ausgesucht?

Wir finden Projekte ganz klassisch über einen Business to Business Vertrieb. Unsere Mitarbeiter vor Ort machen eine Kaltaquise, identifizieren und kontaktieren Unternehmen. Mit einem Assessment Energy Audit wird dann geschaut, wie viel Energiebedarf vorhanden ist. Anschließend arbeiten wir mit einem lokalen Partner zusammen, um eine passende Lösung zu präsentieren. Wichtig für uns als hartes Kriterium ist, dass wir mit privaten Unternehmen als Kunden arbeiten. Denn hier ist eine bessere Risikoabschätzung möglich, ob das Unternehmen in der Lage ist, den vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Und uns ist natürlich wichtig, dass die Unternehmen gewisse Ethikstandards erfüllen, was zum Beispiel der Umgang mit den Arbeitern angeht und gewisse Nachhaltigkeitsstandards. Es ist schwierig das anzusetzen, weil es in Entwicklungs- und schwellenländern keine Standards gibt. Wenn wir aber sehen, dass es zum Beispiel kein "workers safety program" beim Kunden gibt, dann fällt er vermutlich durch. Obvious bad guys, wie beispielsweise das oil & gas business, sehen wir ebenfalls nicht als unsere Zielgruppe, die wollen wir nicht haben. Das Wohlergehen ist uns wirklich wichtig.

CHECK24: Hast Du selbst investiert?

Martin Baart: Ich selbst habe in 12 oder 13 der 39 finanzierten Projekte investiert. Mit unterschiedlichen Beträgen, wie jeder Crowdinvestor. Man hat ja auch mal mehr und weniger Geld zu Verfügung. Mein Mitgründer Markus hat ebenfalls in glaube ich 10 unserer Projekte investiert und auch viele unserer Mitarbeiter.

CHECK24: Was ist Deine Vision für die nächsten 10 Jahre?

Martin Baart: Mit ecoligo ist unsere Vision ganz langfristig, dass wir allen Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern dabei helfen wollen, ihre Energieversorgung auf ein CO2 neutrales Modell umzustellen. Wir sind mittlerweile als Unternehmen auch dazu übergegangen Energieeffizienzmaßnahmen zu finanzieren. Das heißt nicht nur den Strombezug durch Solaranlagen zu ersetzten, sondern auch den gesamten Strombezug durch hocheffiziente Klimaanlagen zu verringern. Wir wollen unseren Kunden so ermöglichen, dass sie in 10 Jahren ihre Stromversorgung komplett CO2 neutral beschreiten können. Als Unternehmen wollen wir in möglichst vielen Ländern einen möglichst großen Impact erreichen.

CHECK24: Was bedeutet Corona für ecoligo?

Martin Baart: Wir haben als Unternehmen sehr schnell reagiert und unsere Mitarbeiter ins Home Office geschickt. Kunden- und Partnertermine sowie Reisen haben wir abgesagt. Unsere Kunden und mögliche Neukunden sind im Krisenmodus und Corona bestimmt die Agenda, Entscheidungen werden vertagt. Die Kunden mussten sich erstmal sortieren, was Corona für das Unternehmen bedeutet und Gegenmaßnahmen treffen. Jetzt heißt es langsam "back to the new normal", wie man so schön sagt. Mittlerweile kommen Kunden auch wieder auf uns zu und wir können da weitermachen, wo wir vor zwei oder drei Monaten aufgehört haben. Kunden, die stärker von Corona betroffen sind unterstützen wir, indem wir erstmal auf die Zahlung für die nächsten drei Monate verzichten und nach der Krise eine gemeinschaftliche Lösung finden. Das betrifft allerdings nur 15 Prozent unserer Kunden.

CHECK24: Welche Schwierigkeiten wird die Energiebranche Deiner Meinung nach zukünftig bekommen?

Martin Baart: Ich sehe das Problem, dass viele der großen Energieversorger den Trend zu erneuerbaren Energien, zur Digitalisierung und zur Dezentralisierung verschlafen haben. Diese werden nicht in der Lage sein, innovative Geschäftsmodelle zu realisieren. Alte Energieversorger sind zu träge um schnell genug Innovation vorantreiben zu können. Ich sehe da die Chance für Startups, die eventuell in der Branche Fuß fassen und sich zu größeren namenhaften Unternehmen hocharbeiten können.

CHECK24: Martin, danke für das interessante Interview!


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