Sie sind hier:

Energiewende Drohende Ökostrom-Lücke

|

Forscher warnen, dass der Umstieg auf Elektromobilität und Wärmepumpen zu einem erhöhten Stromverbrauch führt, der nicht mit Ökostrom zu decken ist. Das könnte die Energiewende ausbremsen.

Ökostrom wird knapp
Windenergie kann den Bedarf an Ökostrom kaum auffangen.
Im Jahr 2030 soll laut Klimaziel der Bundesregierung der deutsche Bruttostromverbrauch zu 65 Prozent aus erneuerbaren Energien stammen. Gleichzeitig gehen die Forscher Max Gierkink und Tobias Sprenger des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität Köln (EWI) davon aus, dass sich der Strombedarf in Deutschland erhöhen wird. Gründe sehen die beiden Wissenschaftler darin, dass mehr Strom für Elektroautos und Wärmepumpen benötigt wird. Zudem wird auch die Industrie in Zukunft vermehrt von fossilen Brennstoffen auf Ökostrom umsteigen.
 

Strombedarf steigt um ein Viertel

Die Forscher haben berechnet, dass der deutsche Strombedarf bis 2030 um circa ein Viertel ansteigen wird. Der Ausbau der Wind- und Sonnenenergie wird diesen Zuwachs nicht auffangen können. Gierkink und Sprenger gehen davon aus, dass Deutschland das 65-Prozent-Ziel bis 2030 nicht erreichen wird. Auch die Energieexperten von Agora Energiewende gehen von einem Verfehlen des Klimaziels aus. In ihrem Bericht zogen sie aber auch ein positives Fazit: Die CO-Emissionen sind im Vergleich zu 1990 um 35 Prozent gesunken und haben somit ein Rekordtief erreicht.